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MI | 11.04.2012
Konrad Oberhuber auf einem Foto aus dem Jahr 2000 (Bild: APA)
Kultur
Ex-Albertina-Direktor Oberhuber tot
Der langjährige Direktor der Albertina, Konrad Oberhuber, ist 72-jährig in San Diego gestorben. Das gab Albertina-Direktor Klaus Albrecht Schröder am Donnerstag bekannt.
"Einzigartige Fähigkeiten des Sehens und ein nahezu unerschöpfliches visuelles Gedächtnis".
Raphael-Spezialist mit universellem Wissen
Der 72-jährige Oberhuber starb laut Schröder an den Folgen einer schweren Erkrankung. Der jetzige Albertina-Direktor würdigte Oberhuber als einen der renommiertesten Zeichnungskenner und als einen der bedeutendsten Kunsthistoriker.

Sein Schwerpunkt galt dem Werk Raphaels. Auf diesem Gebiet genoss Oberhuber das Ansehen als international anerkanntester Spezialist. Seine Kenntnisse seien universell gewesen, hätten sich auf alle Länder und Epochen erstreckt. Besonders hob Schröder Oberhubers einzigartige Fähigkeiten des Sehens und sein nahezu unerschöpfliches visuelles Gedächtnis hervor.
Enorme wissenschaftliche Leistungen
Als Wissenschafter hat Oberhuber in so gut wie allen grafischen Sammlungen der Welt unbekannte Zeichnungen verschiedenster Künstler identifiziert. Er schrieb unzählie Essays und wissenschaftliche Beiträge für die internationale Kunstwelt und hielt zahlreiche öffentliche Vorträge.
Neben der Albertina war Oberhuber unter anderem auch in Washington und Cambridge aktiv.
Internationale Karriere
Oberhuber studierte in Wien Kunstgeschichte. Seine Laufbahn begann 1961 an der Albertina, wo er unter dem damaligen Direktor Otto Benesch an verschiedenen Ausstellungen mitarbeitete. Insgesamt blieb er der Albertina fast 40 Jahre lang verbunden.

1971 wurde er Kustos an der National Gallery of Art in Washington, 1975 Professor an der Harvard University und Kustos am Fogg Art Museum in Cambridge. 1987 kehrte er nach Wien zurück und leitete bis 1999 die Albertina.
Auch die Planung für ein neues Studiengebäude und einen Tiefspeicher wurde in seiner Zeit als Direktor initiiert.
Zukunftsweisende Direktion
Seine besonderen Verdienste für die Albertina liegen nicht nur in Forschungen über die Zeichnungen und Graphiken Alter Meister in der Sammlung. Als Direktor widmete er sich auch verstärkt der internationalen zeitgenössischen Kunst. Werke von Robert Rauschenberg und Andy Warhol wurden angekauft.

Auch die Planung für ein neues Studiengebäude und einen Tiefspeicher wurde in seiner Zeit als Direktor initiiert. "Konrad Oberhuber (...) hat an der Neustrukturierung der Albertina bis zu seiner schweren Erkrankung regen Anteil genommen und ist mir auch immer wieder als willkommener Ratgeber zur Seite gestanden", sagte Schröder.
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