Wien ORF.at
MI | 11.04.2012
Ernst Geiger (Bild: APA/Robert Jäger)
Gericht
Zeugenbefragung in Causa Frühwirth-Geiger
Eine Polizeivizepräsidentin und eine Rotlichtgröße haben heute im Prozess zwischen den beiden (Ex-)Kriminalisten Roland Frühwirth und Ernst Geiger ausgesagt. Der Prozess wurde danach erneut vertagt.
"Nicht ganz korrekte" Art und Weise
Vizepolizeipräsidentin Michaela Pfeifenberger konnte nur die bekannten Anschuldigungen gegen Frühwirth bestätigen. So sollen Beamte seiner Kriminaldirektion 1 im September 2005 das Geburtstagsfest einer Rotlichtgröße besucht haben. Den Antrag auf eine "Observation" soll Frühwirth allerdings erst nach dem von intern ermittelnden Polizisten beobachteten Fest gestellt haben.

Auch die Art und Weise, wie Frühwirth die Observation von Geiger im Zuge der so genannten "Sauna-Affäre gehandhabt hat, bezeichnete Pfeifenberger als "nicht ganz korrekt".
Sperrliste für 300 Lokale und Wohnungen existiert nicht mehr.
Anwalt präsentierte Sperrliste
Geigers Anwalt Manfred Ainedter präsentierte jene Sperrliste, auf der sich rund 300 Lokale und Wohnungen in Wien befinden, die von der Polizei nicht kontrolliert wurden. Laut Frühwirth hätte so verhindert werden sollen, dass sich verschiedene Abteilungen der Exekutive nicht in die Quere kommen.

Laut Pfeifenberger existiert diese Liste mittlerweile nicht mehr.
Rotlichtgröße war nicht auskunftsfreudig
Ausgesagt hat schließlich auch die Rotlichtgröße Harald H., allerdings nicht viel. Er habe nichts zu sagen und sei zudem zum Zeitpunkt der Geburtstagsfeier im Gefängnis gesessen. Was ihm zu Ohren gekommen sei, könne das Gericht in den Akten des BIA nachlesen.
Roland Früwirth im Gericht (Bild: APA) Üble Nachrede und Kreditschädigung
In dem Verfahren geht es um eine Privatklage des Leiters der Kriminaldirektion (KD) 1, Roland Frühwirth, gegen den suspendierten Leiter der kriminalpolizeilichen Abteilung, Ernst Geiger. Die Vorwürfe, die er auf 13 Seiten auflistet: üble Nachrede und Kreditschädigung. Am ersten Prozesstag im September würdigten sich die beiden Kontrahenten im Gerichtssaal keines Blickes.

Die Vorfälle reichen weit zurück, es geht im wesentlichen um die Sauna-Affäre, über die Geiger im Vorjahr gestolpert ist, also um den angeblichen Verrat einer Razzia im Rotlichtmilieu. Frühwirth war damals mit den Ermittlungen betraut.
Auch dieses Mal gab es kein Urteil.
Zweite Vertagung
Geiger beschuldigte Frühwirth unter anderem, einseitig gegen ihn ermittelt und Zeugen unter Druck gesetzt zu haben. Und Geiger hat seinen Ex-Kollegen deswegen auch angezeigt. Für Frühwirth war dies der Grund, mit einer Privatklage zurückzuschlagen.

Ein Urteil gab es, wie erwartet, am ersten Verhandlungstag nicht. Frühwirths Anwalt Werner Walch bot an, die Klage gegen eine Ehrenerklärung Geigers zurückzuziehen. Geiger sollte die Vorwürfe mit dem Ausdruck des Bedauerns als unwahr zurücknehmen, was der aber ablehnte. Nun wurde der Prozess bereits zum zweiten Mal vertagt.
Ganz Österreich
Wien News

 
TV-Programm TV-Thek Radio Österreich Wetter Sport IPTV News