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MI | 11.04.2012
Astrologie: Sternzeichenkalender (Bild: dpa/Rainer Jensen)
chronik
Astronomen protestieren gegen Astrokurs
Der Beginn eines Astrologiekurses am WIFI stößt auf heftige Kritik bei Astronomen. Astrologie sei eine "intellektuelle Schutthalde" und dürfe nicht am WIFI angeboten werden.
Protestveranstaltung zum
Kursauftakt am Freitag gemeinsam mit Uni Wien.
"Seit 400 Jahren Pseudowissenschaft"
Der Kurs steht offenbar unter keinem guten Stern: Mit einer Protestveranstaltung am Freitag haben sich Astronomen gegen den Start der Reihe "Ausbildung zum/zur Astrologen/-in" am Wirtschaftsförderungsinstitut (WIFI) Wien.

Die Astrologie sei "seit 400 Jahren eine Pseudowissenschaft", eine derartige Ausbildung dürfe nicht "am WIFI oder anderen Institutionen des öffentlich getragenen Bildungssystems" angeboten werden, hieß es vom Verein Kuffner-Sternwarte, der den Protest gemeinsam mit der Studienvertretung Astronomie der Uni Wien und der Österreichischen Gesellschaft für Astronomie und Astrophysik organisiert.
Aus für Astrologie nach Kepler
Die Astrologie sei im 17. Jahrhundert aus den Universitäten verschwunden, nachdem Kepler 1609 seine "Neue Astronomie" geschaffen und seine Streitschriften wenig von der Sterndeuterei übrig gelassen hatten, sagte der Astrophysiker Günther Wuchterl.

400 Jahre nach Kepler sei das System der Astrologie im Wesentlichen unverändert und habe dieselben fundamentalen Probleme wie zu den Zeiten, als die Erde noch im Zentrum des Universums ruhte. "Kurz und knapp: Die Astrologie ist eine intellektuelle Schutthalde", hieß es.
Vom Land gefördert
Josef Hron vom Institut für Astronomie der Universität Wien sagte, dass auch am WIFI Niederösterreich in St. Pölten eine "Ausbildung zur/zum diplomierten ganzheitlichen Astrologin/Astrologen" angeboten werde - sogar mit Förderung des Landes von bis zu 80 Prozent der Kurskosten.

Am WIFI Wien dauert der Kurs, in dem "das Wissen vermittelt wird, die astrologische Symbolsprache als hilfreiches Instrument einer Beratung einzusetzen", von 9. November bis 5. April jeweils zwei Tage die Woche, die Kosten dafür betragen 1.980 Euro.
Astronomen bieten "Gegenkurs" an
Bei der Protestveranstaltung vor dem WIFI in Wien-Währing wollten die Astronomen die Kursteilnehmer und andere WIFI-Besucher informieren und versuchen, mit ihnen ins Gespräch zu kommen.

Zudem wird ein "Gegenkurs" angeboten, jeweils am Sonntag nach dem WIFI-Kurs, zum Thema "Was Sie in Astrologiebüchern nicht lesen werden". Erster Termin dafür ist am 11. November um 18.00 Uhr an der Kuffner-Sternwarte.
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