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MI | 11.04.2012
Die Heumühle neben sanierten Wohnhäusern (Bild: APA/Herbert Pfarrhofer)
Chronik
Heumühle wird renoviert
Ein denkmalgeschütztes Bezirksjuwel in Wien-Wieden, die jahrhundertealte Heumühle, wird endlich restauriert. Rund 850.000 Euro sind nötig, um dem ältesten Profanbau Wiens neues Leben einzuhauchen.
Bis März 2008 sollen die Bauarbeiten abgeschlossen sein.
850.000 Euro Kosten
"Wir investieren rund 850.000 Euro, davon 230.000 Euro Fördermittel vom Bundesdenkmalamt und dem Altstadterhaltungsfonds, in die Renovierung", sagte der Vertreter der Miteigentümerschaft, Daniel Jelitzka.

Er rechnet damit, dass die Renovierung bis Ende März 2008 beendet sein wird, sofern das Wetter mitspielt. Nach der Renovierung soll das Gebäude gewerblich genutzt werden, hieß es weiter. Eine endgültige Entscheidung über eine Vermietung sei noch nicht getroffen worden.
Heumühle (Bild: ORF)
Die Bezirksvorsteherin betont die große Bedeutung des Baus für den Bezirk.
"Große Bedeutung" für die Wieden
"Die Sanierung der Heumühle und ein öffentlicher Durchgang machen die Wieden ein großes Stück attraktiver", so Bezirksvorsteherin Susanne Reichard (ÖVP). Die revitalisierte Heumühle habe große Bedeutung für die Wieden als Wohn-, Wirtschafs- und Kulturstandort.

Seitens der Stadt begrüßte SPÖ-Abgeordneter Heinz Vettermann, Mitglied des Wiener Stadterhaltungsfonds, den Beginn der Sanierung. Die Mittel dazu seien bereits 2006 genehmigt worden, könnten aber erst nach dem Ende einer fachgerechten Sanierung ausbezahlt werden. Die Mühle war jahrzehntelang im Privatbesitz und dem Verfall preisgegeben.
Die Heumühle auf der Wieden (Bild: ORF)
Im 14. Jahrhundert errichtet.
1326 errichtet
Als gesichert gilt, dass die Heumühle vor dem Jahr 1326 errichtet wurde. Damit ist sie heute Wiens ältester Profanbau. Sie gehörte einst zur Grundherrschaft des Bürgerspitals, bevor sie 1533 in den Besitz des Bistums Wien kam. In dieser Zeit erfolgte auch der Anbau an die Mühle, der damals ein Vorhaus mit Küche, zwei Kammern und eine Backstube enthielt. Der Mühlbetrieb blieb im Bau bis 1856 aufrecht.

Damals ließ die Gemeinde den Mühlbach, den sie zuvor von der Erzdiözese erworben hatte, aus gesundheitlichen Gründen zuschütten, was das Aus für die Mühle bedeutete.
Jahrzehntelanger Dornröschenschlaf
Der älteste Profanbau Wiens ist in einem erbarmungswürdigen Zustand. Trotz Denkmalschutz hat man die Mühle sich selbst überlassen. Anrainer berichten, dass zumindest seit 1946 nichts getan wurde. So lange wohnen einige schon dort.

Die ursprünglichen Eigentümer haben jahrzehntelang nichts in die Mühle investiert. Seit ein paar Jahren hat die Mühle aber einen neuen Eigentümer. Der Jurist Daniel Jelitzka vertritt die neue Miteigentümergemeinschaft und versprach Besserung – die Renovierung soll bis Ende März 2008 abgeschlossen sein.
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