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MI | 11.04.2012
Vignette 2008, Bild: ASFINAG
asfinag
Kameras starten heute mit Vignettenkontrolle
Auf der Südosttangente hat die ASFINAG am Mittwoch die erste automatische Vignettenkontrolle Österreichs gestartet. Nach einem einjährigen Testbetrieb werden die Kameras für drei Tage scharf geschaltet.
Der einjährige Testbetrieb war erfolgreich: klare und deutliche Bilder.
Vollautomatische Anlage auf A23
Seit 1. Dezember gibt es bereits die neue, rote Vignette. Die ASFINAG legt bei den Vignettenkontrollen jetzt noch einen Gang zu. Bisher fischten Polizei und ASFINAG-Mitarbeiter die Fahrer aus dem Verkehr, jetzt geht auf der Südosttangente (A23) die erste vollautomatische Vignettenkontrollanlage in Betrieb.

Die Kameras fotografieren die durchfahrenden Autos. Auf den Bildern kann die ASFINAG erkennen, ob auf dem Fahrzeug eine gültige Vignette aufgeklebt ist: wenn nicht, wird den Autofahrern ein Strafmandat zugeschickt.
Kameras für Vignettenkontrolle (Bild: ASFINAG)
Gerät zur automatischen Vignettenkontrolle, kurz AVK.
Jedes Auto wird fotografiert
Vom Prinzip her funktioniert die Kontrolle ähnlich wie ein Radarkasten, jedoch sind die Kameras für die Vignettenkontrolle nicht in einer Box neben der Fahrbahn untergebracht, sondern hängen an Überkopfbügeln über der Autobahn.

Die Kameras fotografieren jedes Auto. Auf den Bildern sind die Windschutzscheibe und die Nummerntafel des Autos zu sehen, erklärt ASFINAG-Direktor Klaus Schierhackl: "Die Testphase war zufriedenstellend. Inzwischen haben wir sehr gute Bilder, auf denen sowohl die Vignette als auch die Autokennzeichen gut erkennbar sind."
Strafzettel nach Gegenprüfung
"Die modernen Kameras erkennen, wenn ein Auto keine Vignette hat bzw. die geklebte Vignette nicht mehr gültig ist. Diese Fälle werden dann weitergeleitet, gegengeprüft und zu einer entsprechenden Anzeige gebracht", so Schierhackl. Wer keine gültige Vignette hat, dem wird eine Ersatzmaut von 120 Euro in Rechnung gestellt.

Die ASFINAG erwartet sich Strafgelder in der Höhe von 10.000 bis 20.000 Euro innerhalb eines Jahres.
Keine flächendeckende Überwachung geplant.
Ziel: Alle Autos auf Autobahn mit Vignette
Mit Kontrollen tat sich die ASFINAG bisher vor allem auf der A23 schwer. Es gibt dort keine Möglichkeit, Autos herauszuwinken und anzuhalten.

Mit der Kameraanlage verschwindet quasi ein weißer Fleck von der ASFINAG-Landkarte: "Wir versprechen uns vor allem, dass mehr Fahrzeuge die Vignette haben - derzeit sind es etwa 98 Prozent auf der Autobahn", so Schierhackl. Ziel sei, 100 Prozent zu erreichen, das gelte vor allem für die Ballungsgebiete.

Rund 80 Einsätze pro Jahr sind geplant, dabei wird die AVK einen Tag lang nach einem Stichprobenplan an rund 15 bis 20 verschiedenen Einsatzorten in Österreich montiert - in erster Linie in Ballungsgebieten.
Bilder werden drei Jahre lang gespeichert.
Kein Entkommen für deutsche Touristen
Aufgrund eines zwischenstaatlichen Abkommens bekommen nicht nur österreichische, sondern auch deutsche Fahrzeuglenker ohne gültige Vignette eine Strafe zugestellt. Ausländische Vignettensünder werden "punktuell" überprüft: Ein Mautkontrolleur liest die Daten aus dem Gerät aus und informiert gegebenenfalls seine Kollegen, die sich fünf bis zehn Kilometer weiter weg befinden. Diese leiten dann den Vignettensünder aus dem Verkehr ab.

Die Bilder - mit einem fälschungssicheren Code geschützt - und Metadaten (Kennzeichen, Datum/Uhrzeit, Anbringung der Vignette) werden drei Jahre lang gespeichert.
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