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MI | 11.04.2012
Dornhelm (Bild: ORF)
Menschen
Robert Dornhelm feiert 60. Geburtstag
Der renommierte Regisseur Robert Dornhelm ist am Montag 60 Jahre alt geworden. Seine Wurzeln hat er im Dokumentarischen, dem breiten Publikum wurde er mit seinen Spielfilmen und TV-Mehrteilern bekannt.
Dornhelm feiert 60. Geburtstag.
Von "Krieg und Frieden" zur Oper
Vor kurzem arbeitete er noch an der Verwirklichung des monumentalen TV-Vierteilers "Krieg und Frieden", derzeit dreht er gerade die Opernverfilmung "La Boheme" mit Anna Netrebko und Rolando Villazon. "Meine Poesie und meine Filmwirklichkeit schöpfe ich immer aus dem realen Leben", meinte der Regisseur einmal über seine Arbeit.

"Je internationaler man einen Film anlegt, desto größer sind die Chancen, erfolgreich zu sein", hat der in Kalifornien lebende Dornhelm schon früh erkannt.
Von Tom Waits bis Lauren Bacall Stars von Arbeit überzeugt.
Leute "für ein Projekt interessieren"
Von Anfang an gelang es ihm, bekannte Namen für seine Filme zu gewinnen.Ob "Amadeus"-Darsteller Tom Hulce oder Keith Carradine, Tom Waits, Helena Bonham Carter, Lauren Bacall oder Dennis Hopper, "ich glaube das Geheimnis liegt einfach darin, die Leute für ein Projekt zu interessieren", so Dornhelm.

Nach seiner Rolle als exaltierter 'Amadeus' sei es beispielsweise für Tom Hulce einfach reizvoll gewesen, in meinem Film 'Echo Park' einen dichtenden Pizzalieferanten zu spielen".
Oscarnominierung für Köhlmeier-Verfilmung
"Der Unfisch", eine erotisch-skurrile Michael-Köhlmeier-Verfilmung, schwamm nach langjähriger Suche nach Geldgebern fast über den großen Teich: Die Geschichte um den Wal, in dessen Inneren Kopulation mit der schönen Sophie (Maria Schrader) Wünsche wahr macht, wurde 1997 für den Auslands-Oscar eingereicht, jedoch letztendlich nicht für die Endausscheidung nominiert.
1977 sogar für Oscar nominiert.
Filmakademie in Wien besucht
Dornhelm wurde am 17. Dezember 1947 in Timisoara (Rumänien) geboren und emigrierte als 13-Jähriger mit seinen Eltern wegen des Ceausescu-Regimes nach Wien, wo er später auch die Filmakademie besuchte. Dieses Studium gab Dornhelm jedoch auf, um sich mit Leidenschaft dem Dokumentarfilm zu widmen. Im Auftrag des ORF entstanden Künstlerporträts und sozialkritische Dokumentationen.

1977, im Jahr seiner Oscar-Nominierung für den Ballettfilm "Kinder der Theaterstraße" mit Grace Kelly, ging er nach Los Angeles. 1988 drehte Dornhelm mit Sally Kirkland, Keith Carradine, Tom Waits, Bill Pullman, Kathleen York und Jeff Bridges den Western "Cold Feeds", den er selbst einmal als "eine Betrachtung des amerikanischen Westens von außen" bezeichnete.

1990 kam der Regisseur nach Europa, um den Semidokumentarfilm "Requiem für Dominique" zu realisieren. Darin versuchte er eine Rekonstruktion der rumänischen Massenunruhen im Dezember 1989. Felix Mitterer spielte den angeblichen Schlächter von Temesvar, den der Film rehabilitiert. US-Kritiker reihten das Plädoyer gegen den Missbrauch von Gewalt unter die "10 besten Filme des Jahres".
Romy für "Rudolf"
Im neuen Jahrtausend erntete Dornhelm Lob für "Rudy: The Rudy Giuliani Story" über den früheren New Yorker Bürgermeister sowie seine "Spartacus"-Adaption für das Fernsehen. Für "Anne Frank" gab es 2001 einen Emmy für die beste TV-Kurzserie.

Mit "Die zehn Gebote" war Dornhelm 2006 ohne Erfolg für einen Emmy nominiert, wurde im gleichen Jahr dafür beim österreichischen Pendant mit einer Romy für die beste Regie beim TV-Zweiteiler "Kronprinz Rudolf" ausgezeichnet.
Dreharbeiten zu "Rudolf" (Bild: APA/Harald Schneider)
Regisseur Robert Dornhelm (li) , Vittoria Puccini als Mary Vetsera (m) , und Max von Thun als Kronprinz Rudolf (re) im Rahmen des Fototermins zu den Dreharbeiten zum Historienzweiteiler „Rudolf“ am
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