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MI | 11.04.2012
Sarg wird weggetragen (Bild: APA)
chronik
21 Morde in einem Jahr
Die Wiener Polizei ist heuer 21 Mal zu einem Mord oder einer Körperverletzung mit Todesfolge ausgerückt. Ungeklärt blieben drei Morde, etwa jener am Diamantenhändler in der Josefstadt und der Tod eines Taxifahrers.
Edelstein (Bild: APA)
Motiv ist nach wie vor nicht klar.
Mord an Diamantenhändler ungeklärt
18 von den 21 Fällen sind geklärt. Gegenüber dem Vorjahr gab es um zwei Bluttaten mehr, von den 19 Morden 2006 sind auch 17 geklärt worden. Das sagte der interimistische Leiter der kriminalpolizeilichen Abteilung, Hannes Scherz.

Nach wie vor im Dunkeln tappen die Ermittler bei dem Mord an einem Diamantenhändler in Wien-Josefstadt, der Ende September in seiner Wohnung neben dem geöffneten Tresor gefunden worden ist.

Selbst das Motiv ist nicht ganz klar. Laut Scherz fehlten einige Gegenstände in dem auch als Büro genutzten luxuriösen Appartement. Das Opfer war aber offenbar nicht so reich, wie es nach außen hin schien. Spuren gibt es bisher nicht.
Polizisten beim Taxi in der Erzherzog-Karl-Straße (Bild: APA) Taxifahrer vor einem Jahr getötet
Weiters ungeklärt ist der Mord an einem Taxilenker, der sich eigentlich in den letzten Tagen des Jahres 2006 abgespielt hat. In die Statistik dieses Jahres kam der Fall, da das Opfer erst heuer am 4. Jänner gestorben ist.

Am 18. April wurde ein türkischer Koch in seiner Wohnung in Rudolfsheim-Fünfhaus tot aufgefunden. Er hatte mehrere Messerstiche abbekommen. Der Täter dürfte sehr wütend gewesen sein, meinten die Ermittler damals. Auch in diesem Fall sind sie seither nicht wesentlich weiter gekommen.
Prozess - Mordkomplott (Bild: APA / Georg Hochmuth)
Sohn bekam neun Jahre Haft.
Familie im Komplott gegen Stiefvater
Besonders viel Aufsehen erregten zwei Morde, die geklärt werden konnten. Scherz nannte einerseits das Familienkomplott in der Großfeldsiedlung, bei dem ein Sohn seinen Stiefvater auf Raten getötet hatte. Angestiftet wurde er von seiner Mutter, die Waffe sowie Kokain bekam er von seiner Großmutter. Ende November gab es dazu bereits die erstinstanzlichen Urteile.
Tatort des Mordes (Bild: ORF Wien) Verdacht des Kannibalismus im Sommer
Ende August titelte das deutsche Boulevard-Blatt "Bild": "Deutscher isst Österreicher". In einer Sozialunterkunft in Rudolfsheim-Fünfhaus hatte ein 19-Jähriger seinen Mitbewohner getötet und ihn aufgeschlitzt. Dass er Teile des 49-Jährigen gegessen hat, bestreitet der mutmaßliche Täter seither.
Altenburger und Platter mit Stradivari (Bild: APA)
Altenburger und Platter mit Stradivari.
Rekord bei Raubüberfällen in Wien
Ein großes Thema waren vor allem medial auch die hohe Zahl der Bank- und Postüberfälle, bestätigte Scherz. Sorgen macht den Ermittlern heuer vor allem die zunehmende Zahl bei Trafik- und Supermarktüberfällen.

Zu den spektakulärsten Fällen zählte heuer der Einbruch bei Stargeiger Christian Altenburger, bei dem georgische Täter zwei besonders wertvolle Violinen mitgehen ließen. Insofern sei diese Tat typisch, dass auf dem Einbruchssektor nach wie vor georgische und rumänische Tätergruppen besonders aktiv seien.

Ein weiterer spektakulärer Einbruch: Im Palais Harrach wurden im April 30 Faberge-Eier, 20 Porzellanvasen und ein Gemälde gestohlen. Auch Bankier Julius Meinl V. wurde von Einbrechern besucht.
Bombendrohung (Bild: APA/Franz Gruber/Kurier)
Pensionist schockte im Mai Mitarbeiter im "Krone"-Pressehaus mit einer Drohung.
Schrecken mit glimpflichem Ende
Für Schrecken und Fassungslosigkeit sorgte der Sex-Überfall eines 27-jährigen Freigängers auf eine sechsjährige Volksschülerin in Hernals im September. Der Mann mit auffallend ungepflegten Zähnen lauerte dem Mädchen auf der Schultoilette auf.

Im Juni schoss ein 26-Jähriger in einem Gemeindebau in der Favoritner Quellenstraße mit einem Luftdruckgewehr wiederholt auf spielende Kinder. Als sein Motiv gab er an: "Weil i an Pascher hab'."

In unschöner Erinnerung bleiben schließlich die Geiselnahme in der BAWAG auf der Mariahilfer Straße inklusive des Anrufs eines Zeitungsredakteurs in der Bank und der Schock, den ein Pensionist auslöste, der sich im Foyer des "Krone"-Pressehauses verschanzte und mit einer Bombe drohte, um seine Adoptivtochter zu beeindrucken.
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