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MI | 11.04.2012
Robert Jungbluth (Bild: APA/Herbert Pfarrhofer)
Kultur
"Theaterkraftmaschine" ist 80
Robert Jungbluth hat Wiens Kulturleben so geprägt wie kaum ein anderer. Am Samstag ist Wiens "Theaterkraftmaschine", wie er genannt wird, 80 Jahre alt geworden.
Mit "Hair" landete Jungbluth einen großen Publikumserfolg.
Vom Kleindarsteller zum Stadthallenboss
Schon dass Jungbluth Ehrenmitglied der Wiener Staatsoper, der Volksoper, des Burg- und des Akademietheaters ist, zeigt, dass Theater das Leben des 1928 in Wien geborenen Robert Jungbluth geprägt hat.

Erste Bühnenerfahrungen sammelte er noch während seiner Lehrerausbildung als Statist und Kleindarsteller am Burgtheater. Mit 20 war er der jüngste Abteilungsleiter im Wiener Stadtschulrat, mit 22 programmierte er die kulturellen Veranstaltungen der Wiener Stadthalle.

1969 übernahm er die Direktion der Stadthalle und brachte das Musical "Hair" nach Wien. Purer Lärm, gemischt mit Obszönitäten, so die Kritik. Doch der Erfolg gab ihm Recht, das Publikum stürmte die Vorstellungen.
16 Jahre als General der Bundestheater.
Mächtigster Kulturmanager Österreichs
1971 wurde Jungbluth zum mächtigsten Kulturmanager des Landes. Der damalige Unterrichtsminister Leopold Gratz ernannte ihn zum Generalsekretär des neugegründeten Österreichischen Bundestheaterverbandes. Jungbluth holte Herbert von Karajan zurück an die Staatsoper, reformierte die Ballettschule, zentralisierte die Bühnenwerkstätten und organisierte Gastspiele in aller Welt.

16 Jahre, bis 1987, arbeitete er mit fünf Ministern, drei Burgtheater-, drei Volkstheater- und sechs Staatsoperndirektionen zusammen. Dann ersuchte er um vorzeitige Auflösung seines Vertrags und trat 1988 als Geschäftsführer gemeinsam mit Otto Schenk in die Direktion des Theaters in der Josefstadt ein.
Peter Steins "Faust"-Projekt
Jungbluth war zudem von 1971 bis 1987 Mitglied des Kuratoriums der Salzburger Festspiele, von 1982 bis 1995 außerordentlicher Professor an der Hochschule für Musik und darstellende Kunst in Wien. 1998 wurde er mit dem Ehrenring der Stadt Wien ausgezeichnet, 1999 übernahm er die Geschäftsführung für das Wien-Gastspiel von Peter Steins gigantischem "Faust"-Projekt.

Dem Theater an der Josefstadt blieb er bis zuletzt als Mitglied der Beiratsgruppe treu. Jungbluth war es auch, der von Anfang an Herbert Föttinger als Nachfolger von Helmut Lohner als künstlerischen Leiter des Theaters favorisierte.
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