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MI | 11.04.2012
Husslein (Bild: Belvedere)
Kultur
Start für Umbau des 20er-Hauses
Der Umbau des 20er-Hauses steht unmittelbar bevor. Acht von den benötigten 16 Millionen Euro seien finanziert, erklärte Belvedere-Direktorin Agnes Husslein Montagabend bei einem Gespräch im Zigarrenklub.
Platz für zeitgenössische Künstler
Österreichische Kunst "nach 1945 und insbesondere des 21. Jahrhunderts" soll auf 5.000 Quadratmeter in dem von Karl Schwanzer erbauten ehemaligen Österreich-Pavillon der Weltausstellung 1958 gezeigt werden. Kunst von den "hunderten zeitgenössischen Künstlern, die auf eine Ausstellung warten", kündigte Husslein an.

Dass sie MUMOK-Direktor Edelbert Köb damit ins Gehege kommen könnte, befürchtet sie jedoch nicht. "Er wird zur Kenntnis nehmen müssen, dass zeitgenössische Kunst auch woanders stattfindet."

Ins Untergeschoß kommt Wotruba, eine Bibliothek und ein Restaurant.
MUMOK auf Donauplatte für Husslein "totaler Schwachsinn".
Fertigstellung für 2010 geplant
Ideen Köbs für einen MUMOK-Erweiterungsbau auf der Donauplatte hält Husslein für "totalen Schwachsinn", weil die Realisierung viel zu lange dauern würde. Die Umbaudauer des 20er-Hauses sei momentan noch schwer abzusehen, das Ziel sei aber die Fertigstellung 2010.

Eine Perspektive für das MUMOK ließ Husslein dagegen im Museumsquartier selbst anklingen. Das Leopold Museum sei "eine Fläche, bei der man für die Zukunft weiterdenken muss".

Die Sammlung umfasse einen sehr ähnlichen Zeitraum wie die des Belvedere, da werde man irgendwann fragen "muss an zwei Stellen dasselbe gezeigt werden?" Für das MUMOK böten sich in diesem Fall ganz neue Möglichkeiten.
Weniger Ausstellungsfläche: Für Köb "absurd"
Einen "totalen Schwachsinn" nannte Belvedere-Direktorin Agnes Husslein-Arco gestern Abend im Zigarrenklub in Wien die Idee eines MUMOK-Erweiterungsbaus auf der Donauplatte. Das möchte MUMOK-Direktor Edelbert Köb nicht ganz unerwidert lassen.

Köb konterte mittlerweile auf die Kritik von Husslein an seinen Ideen. Die Ausstellungsfläche aller anderen Bundesmuseen sei in den vergangenen Jahren teils stark gewachsen, "nur das Museum Moderner Kunst, bei dem jeder verstehen wird, dass es den wichtigsten Sammlungsauftrag für die Zukunft hat, ist die Fläche absurder Weise im gleichen Zeitraum um 30 bis 40 Prozent geschrumpft", so Köb.

Es gehe ihm keineswegs um eine Monopolstellung, erwiderte er zudem, "davor schützen uns schon Essl, Secession, BAWAG und Generali Foundation oder Kunsthalle, aber es gibt klare Aufträge für Schwerpunkte."
Vorerst einmal Unterkellerung
Die Arbeiten zur Nutzung des Glasstahlbaus aus den 50ern in der Nähe des künftigen Zentralbahnhofs sollen auf jeden Fall "in den nächsten Tagen und Wochen" mit der Unterkellerung des Gebäudes beginnen, so Husslein.

Acht Millionen Euro habe sie schon, erklärte die Direktorin, sowie "gediehene" Verhandlungen.
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