Wien ORF.at
MI | 11.04.2012
Kaputte Scheibe (Bild: APA/Herbert P. Oczeret)
Chronik
Krawall rund um Burschenschafter-Ball
Rund um den 55. Wiener Korporationsball in der Hofburg hat es Freitagnacht Ausschreitungen gegeben. Demonstranten sollen laut Polizei unter anderem Fensterscheiben eingeschlagen haben. Ein Polizist wurde leicht verletzt.
Flaschen auf der Straße (Bild: APA/Herbert P. Oczeret) Knallkörper und Leuchtstifte gezündet
Gegen 23.00 Uhr versammelten sich rund 200 Gegner des Balles bei der Babenbergerstraße. Mit diversen Transparenten zogen die teils vermummten Kundgebungsteilnehmer über den Maria-Theresien-Platz zur Hofburg. Dabei wurden Knallkörper und Leuchtstifte gezündet. Vor der Hofburg wurden die Demonstranten von Polizeikräften aufgehalten.

Ab Mitternacht kam es schließlich zu Sachbeschädigung. Fensterscheiben wurden eingeschlagen, Glascontainer umgeworfen. Es entstand zum Teil erheblicher Sachschaden.

Die Polizei erhöhte daraufhin die Zahl der Einsatzkräfte. Im Bereich Morizgasse gelang es schließlich, die Teilnehmer an der unangemeldeten Kundgebung zu zerstreuen, so dass keine weiteren Straftaten begangen wurden. Gegen zwei Uhr Früh lösten sich die Demos auf.
Glascontainer (Bild: APA/Herbert P. Oczeret)
ÖH der Uni Wien fordert "unbedingtes Auftreten" des Bundespräsidenten.
DÖW: Als rechtsextrem eingestuft
"Der antifaschistische Grundkonsens der Zweiten Republik und demokratiepolitisches Engagement an sich verlangen unserer Meinung nach ein unbedingtes Auftreten gegen die Geisteshaltungen, die in den im Wiener Kooperationsring (WKR) versammelten Burschenschaften reüssieren", hieß es im Vorfeld des Balles in einem offenen Brief der Hochschülerschaft an der Universität Wien an Bundespräsident Heinz Fischer.

Die ÖH forderte darin den Bundespräsidenten auf, gegen die Veranstaltung "Stellung zu beziehen". Sie erinnerte daran, dass dem WKR, der den Ball ausrichtet, auch vom Dokumentationsarchiv des Österreichischen Widerstandes als rechtsextrem eingestufte Burschenschaften angehören.
Appell an die "demokratische Verantwortung"
Empört über den Ball war auch der grüne Justizsprecher Albert Steinhauser. Er forderte die Republik auf, gerade im Jubiläumsjahr 2008 ihre "demokratische Verantwortung" wahrzunehmen. Steinhauser: "Es kann ja wohl nicht sein, dass im Parlament Schweigeminuten abgehalten werden und in der Hofburg die Rechtsextremisten tanzen."
"Nichts damit zu tun".
Bundespräsident "ohne Einfluss"
Aus dem Büro des Bundespräsidenten hieß es dazu, man habe keinen Einfluss auf Veranstaltungen in der Hofburg. "Die Hofburg ist riesengroß, das hat mit uns nichts zu tun", sagte eine Sprecherin.
WKR weist alles zurück und will klagen
Der WKR-Ballausschuss sprach in seiner Reaktion von "ungeheuerlichen und inhaltlich falschen Unterstellungen". Die Aussagen der ÖH wurden als kreditschädigend zurückgewiesen.

Die Aktivitäten des Ballausschusses seien parteipolitisch ungebunden. Die Gäste des seit 1987 in der Hofburg stattfindenden Balls seien allen drei traditionellen politischen Lagern zuzuordnen. Eine Klage gegen die ÖH Uni Wien werde geprüft.
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