Wien ORF.at
MI | 11.04.2012
Plakatwand (Bild: ORF/sb)
Wirtschaft
Kontrollamt sieht Bevorzugung der Gewista
Das Wiener Kontrollamt kritisiert das angebliche Naheverhältnis der Plakatfirma Gewista zur Stadt Wien. Das Werbeunternehmen habe fast eine Monopol-Stellung und werde gegenüber anderen Firmen bevorzugt, hieß es.
Kontrollamt kritisiert mögliche Bevorzugung gegenüber anderen Firmen.
Auch von Kultur-Plakatflächen nicht begeistert
Die Mieten für die städtischen Flächen seien nicht marktgerecht. Die Gewista hätte quasi eine Monopol-Stellung, Konkurrenzfirmen kaum eine Chance, so die Kritik des Kontrollamts.

Die mögliche Begünstigung der Gewista durch die Stadt ist ein Punkt, kritisch beäugt werden aber auch die Kultur-Plakatflächen, die das Wildplakatieren eindämmen sollen. Zuletzt wurden über 5.000 dieser Plakatflächen
an den Lichtmasten angebracht.

Das Wiener Kontrollamt kritisierte nun, dass die Genehmigung dafür leichtfertig erteilt wurde, ohne Fragen der Verkehrssicherheit für diese Plakatflächen zu klären.
Schon lange privatisiert
Die Plakatfirm Gewista wurde von der Stadt Wien gegründet und 1993 privatisiert. Eine Begünstigung weist der zuständige Stadtrat Rudolf Schicker (SPÖ) zurück: Die Tarife würden ständig geprüft, die Gewista habe auch keine Monopol-Stellung.

Über die neuen Kleinplakate als Maßnahme gegen die Wildplakatierer habe man sich gefreut, hieß es von Seiten der Stadt Wien.

Auch bei der Gewista wies man die Kritik zurück und sprach zum Teil von komplett falschen Anschuldigungen im Kontrollamtsbericht.
Häupl versteht Oppositionskritik nicht
Die ÖVP wies in der "Wiener Zeitung" darauf hin, dass die SPÖ indirekt über die "Progress Beteiligungsgesellschaft" an der Gewista beteiligt sei. Die Grünen kritisierten im "Standard", dass die Stadt mehr Interesse am Monopol eines SP-nahen Unternehmens als an der Sicherheit der Wiener habe.

Mit Verärgerung hat Wiens Bürgermeister Michael Häupl (SPÖ) auf die Kritik der Opposition an Verbindungen der Stadt beziehungsweise der SPÖ zum Außenwerbeunternehmen Gewista reagiert.

Er sprach von "Unterstellungen" und bestritt, dass die Gewista über ein Monopol im Wiener Plakatbereich verfüge. Das Subunternehmen "Kultur:Plakat" zur Eindämmung des Wildplakatierens verteidigte er.
Ganz Österreich
Wien News

 
TV-Programm TV-Thek Radio Österreich Wetter Sport IPTV News