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MI | 11.04.2012
KZ-Gedenkstätte (Foto: ORF/Daser)
Chronik
Neue Ermittlungen gegen KZ-Aufseherin
Die Wiener Staatsanwaltschaft ermittelt gegen eine mutmaßliche frühere KZ-Aufseherin. Die heute 85 Jahre alte Frau wohnt in Wien-Donaustadt. Neues Beweismaterial aus Polen ist aufgetaucht.
Für eine Mordanklage fehlen Beweise.
Als NS-Verbrecherin geführt
Die Frau soll in Konzentrationslagern als besonders sadistische Aufseherin aufgefallen sein. Auf einer Liste des Jüdischen Dokumentationszentrums wird sie als NS-Verbrecherin geführt.

Vom Simon Wiesenthal Center in Jerusalem heißt es, dass Überlebende der KZs Ravensbrück und Majdanek sie als Sadistin beschrieben haben, die Opfer selektierte und in den Tod führte.
Eine direkte Beteiligung an einem Mord konnte bisher nicht nachgewiesen werden.
Verfahren in 70er Jahren ohne Anklage
Es sei wieder einmal ein Kampf gegen die Zeit, sagte der Sprecher der Wiener Staatsanwaltschaft, Gerhard Jarosch, gegenüber Radio Wien. In den 70er Jahren hatte es bereits ein Verfahren gegen die Frau in Österreich gegeben.

Zur Anklage kam es aber nicht, weil nicht ausreichend Beweise für eine direkte Beteiligung an einer Tötungshandlung vorlagen. Alles andere wäre bereits verjährt gewesen.
Kriegsverbrechen verjähren in Polen nicht.
Neues Verfahren eröffnet
Nun aber gibt es, wie die Gratiszeitung "heute" berichtet, neue Zeugenaussagen aus Polen. Die Wiener Staatsanwaltschaft konnte somit ein neues Verfahren eröffnen.
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