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MI | 11.04.2012
Feuerwehr in Kongressbad (Bild: ORF)
ottakring
Kongressbad: Jugendgruppe als Täter?
Nach dem Großbrand in der Nacht auf Sonntag im denkmalgeschützten Kongressbad in Wien-Ottakring hat die Polizei die Ursache geklärt: Brandstiftung. Als Täter kommt eine Gruppe alkoholisierter Jugendlicher infrage.
Zeugen berichten von Jugendlichen, die sich in dem Trakt aufgehalten haben.
Jugendliche Täter im Visier
Zeugen berichteten, dass sich rund um den Tatzeitraum mehrer Jugendliche im Umkleidebereich aufgehalten hätten. Laut Polizei steht allerdings noch nicht fest, ob die Gruppe etwas mit dem Brand zu tun hat. Treffen von Jugendlichen an diesem Ort seien nicht ungewöhnlich.

Ein Motiv ist nicht erkennbar. Es dürfte sich um einen reinen Vandalenakt handeln, der allerdings gut vorbereitet gewesen sein dürfte.
Tat wurde mit Zeitungspapier und Schwarzpulver verübt.
100.000 Euro Schaden
Die bis dato unbekannten Täter dürften mit Zeitungspapier und vermutlich Schwarzpulver von pyrotechnischen Knallkörpern die aus Holz bestehende Außenwand des Umkleidegebäudes in Brand gesetzt haben.

In Flammen stand ein rund 150 Quadratmeter großer Kabinentrakt aus Holz. Verletzt wurde niemand. Der Sachschaden wird mit rund 100.000 Euro angegeben.
Kongressbad nach Brand (Bild: APA/Robert Newald)
Kabinen liegen in Schutt und Asche. Der Rest des Baus blieb aber unberührt.
Saisonbeginn nicht gefährdet
15 Fahrzeuge der Feuerwehr waren zu dem Brand ausgerückt, 70 Feuerwehrmännern gelang es gegen 3.30 Uhr Früh schließlich, den Brand unter Kontrolle zu bringen. Menschen waren keine betroffen, das Bad war zu dem Zeitpunkt leer.

"Gott sei Dank hat sich herausgestellt, dass vom langen Kabinentrakt nur der äußerst rechte kleine Teil von den Flammen in Mitleidenschaft gezogen ist", erklärte Werner Schuster, Chef der Wiener Bäder, am Morgen nach dem Brand.

Da es sich um einen Holzbau handle, sei der betroffene Teil ziemlich ausgebrannt. Der Rest des Bades sei allerdings in Ordnung. "Wir werden zum 2. Mai aufsperren als ob nichts gewesen wäre", ist Schuster überzeugt. Für die rund 50 Saisongäste, deren Kabinen in Schutt und Asche liegen, werde man sich um ein Ersatzquartier bemühen.
Großes Lob vom Bäder-Chef: Rasches Eintreffen der Feuerwehr verhinderte Schlimmeres.
Größere Katastrophe verhindert
Laut Schuster handelte es sich bei dem von den Flammen vernichteten Teil des Kongressbades um den nicht denkmalgeschützten, rund 150 Quadratmeter großen Saisonkabinentrakt.

Dieser war zwar - ebenso wie der denkmalgeschützte Haupttrakt - im typischen rot-weißen Bretterdesign gestaltet, es handelte sich aber um einen nachträglich errichteten Zubau. "Den kann man genau so wieder aufbauen", sagte Schuster.

Entscheidend sei das schnelle Eintreffen der Feuerwehr gewesen. "Sonst wäre auch das Hauptgebäude in Gefahr gewesen. Es war Rettung in letzter Sekunde", so der Bäder-Chef. Konkret waren zwei Löschbereitschaften aus Hernals und Döbling im Einsatz.

Auch ein stärkerer Wind hätte das Ausmaß der Katastrophe noch vergrößert, ist Peter überzeugt. Das Feuer hätte sich vermutlich auf den denkmalgeschützten Teil des Baus ausgeweitet. Man habe also Glück im Unglück gehabt.
Kongressbad nach Brand (Bild: APA/Robert Newald)
Kongressbad (Bild: APA) Passanten bemerkten Brand
Gegen 2.00 Uhr bemerkten Fußgänger, dass es aus zwei Fenstern des Kongressbades brannte. Nicht betroffen war der charakteristische Haupteingang des Bades an der Julius-Meinl-Gasse.

Die Passanten alarmierten die Feuerwehr, es galt Alarmstufe zwei. Ein großer Teil auf der Nordseite des denkmalgeschützten Gebäudes brannte.

Das Kongressbad wurde 1928 eröffnet und gilt als eines der schönsten Bäder Wiens. Von seinen Besuchern wird es liebevoll "Konge", "Kongerl" und "Kongo" genannt.
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