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MI | 11.04.2012
Georg Mautner Markhof (Bild: APA/Hans Klaus Techt)
Chronik
"Senfbaron" Georg Mautner Markhof ist tot
Georg Mautner Markhof, von 1975 bis 1996 Vorstand des einstigen Nahrungsmittel- und Getränkeimperiums Mautner Markhof, ist – wie am Mittwoch bekanntwurde – am 13. Mai im 82. Lebensjahr gestorben.
Nach mehr als 300 Jahren verkaufte die Familie 2002 ihre renommierten Senf- und Essigfabriken an die deutsche Develey.
Einer der letzten Patriarchen
"Wir denken in Generationen und wir schreiben unsere Berichte nicht für ein Jahr. Das ist ein Grund, warum wir so lange überlebt haben", sagte Mautner Markhof Mitte der 90er Jahre. 2002, nach mehr als 300 Jahren Firmengeschichte, verkaufte die Familie ihre renommierten Senf- und Essigfabriken an die deutsche Develey.

Der 1926 in Wien geborene Georg Mautner Markhof galt als einer der letzten Patriarchen der großen, alten österreichischen Industriellenfamilien. Er hatte sich lange gegen einen Verkauf der letzten Kernsparten des Familienbetriebs gewehrt.
1950 in Familienbetrieb eingetreten
Georg Mautner Markhof maturierte 1945 in der Schweiz, studierte an den Universitäten Neuchatel und Zürich. Zunächst als Journalist tätig, trat er 1950 in das Familienunternehmen ein.

1956 wurde er geschäftsführender Gesellschafter der Th. & G. Mautner Markhof, 1970 Geschäftsführer der Vereinigten Hefefabriken Mautner Markhof und Wolfrum und 1975 Vorstandsvorsitzender des Mautner-Markhof-Konzerns.
FPÖ-Nationalratsabgeordneter und LIF-Wirtschaftsberater.
Für FPÖ und LIF tätig
Vom 5. November 1990 bis zum 6. April 1992 saß Mautner Markhof als FPÖ-Abgeordneter im Nationalrat. Nach seinem Austritt aus der damaligen FPÖ wechselte er als Wirtschaftsberater zum Liberalen Forum.

Nach seinem Austritt aus der FPÖ schloss er ein Comeback als Nationalrat aus. Er habe "unzählige Kinder großgezogen, ich möchte meine Ruhe haben". Er habe zwar eiserne Nerven, aber das zeitweilige "tödliche Geschwätz" im Nationalrat sei ihm zuviel, bekannte er einst.

Sein einstiger Parteifreund, der jetzige BZÖ-Obmann Peter Westenthaler, würdigte den Verstorbenen als "großen Österreicher".
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