Wien ORF.at
MI | 11.04.2012
FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache (Bild: ORF)
Prozess
Strache: "Ich kenne Herrn Honsik nicht"
Die "Wehrsport-Fotoaffäre" um FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache hat am Donnerstag das Gericht beschäftigt. Die Frage ist, ob es sich um eine Intrige der "Honsik-Partie" handelte. Strache: "Ich kenne Herrn Honsik nicht einmal."
Strache und Stadler dementieren Verbindung zwischen Honsik und
Veröffentlichung der "Wehrsport"-Fotos.
Keine Erinnerung, wie Bilder entstanden
Lag der "Wehrsport-Fotoaffäre" um Heinz-Christian Strache (FPÖ) eine Intrige oder sogar eine Erpressung der rechtsextremen "Honsik-Partie" gegen die FPÖ zugrunde?

Dieser von der Tageszeitung "Österreich" im Jänner 2007 geäußerten Vermutung versuchte am Donnerstag Richterin Alexandra Mathes im Straflandesgericht nachzugehen. FPÖ-Chef Strache dementierte: "Das ist ein absoluter Unsinn. Ich kenne Herrn Honsik nicht einmal", gab er als Zeuge zu Protokoll.

Strache betonte, er sei von Honsik nie unter Druck gesetzt worden, "ich habe nie ein Wort mit ihm gewechselt". Zu den umstrittenen "Gotcha"-Spiel-Fotos und der angeblichen "Wehrsport-Veranstaltung" sagte er, er könne sich nicht erinnern, wer die Bilder aufgenommen oder wer die damalige Veranstaltung organisiert habe.
Honsik klagte Tageszeitung
Gerd Honsik (Bild: APA / Georg Hochmuth)Die Zeitung hatte spekuliert, dass Gerd Honsik die Bilder zur Veröffentlichung "freigegeben" habe, weil er mit der Parteilinie der FPÖ nicht einverstanden war. Der wegen Wiederbetätigung im Jahr 1992 zu eineinhalb Jahren Freiheitsstrafe verurteilte und derzeit inhaftierte Wiener Honsik hatte gegen "Österreich" daraufhin ein Medienverfahren angestrengt.
Ewald Stadler (Bild: APA/Guenter R. Artinger) Stadler: "Kein Kontakt mit Honsik"
Am Donnerstag fand in dieser Causa eine weitere Verhandlungsrunde statt, zu der neben Honsik und Strache auch der ehemalige freiheitliche Klubobmann Ewald Stadler erschien.

Stadler, der im Zuge früherer Einvernahmen erklärt hatte, die Strache-Fotos erhalten zu haben, betonte, mit Honsik keinen Kontakt gehabt zu haben. "Ich habe die Fotos nicht von ihm bekommen und ich gehe auch davon aus, dass mein Informant und Honsik sich nicht kennen", so Stadler.
Anwalt für Abwarten
"Österreich"-Rechtsvertreter Peter Zöchbauer beantragte, zunächst den Ausgang eines weiteren Verfahrens abzuwarten, in dem es um angebliche Kontakte zwischen Strache und der "Honsik-Gruppe", der sogenannten "Nationalen Front", geht. Richterin Mathes vertagte die Causa nach den Anhörungen auf unbestimmte Zeit.
Experte ordnet Strache der Honsik-Gruppe zu
Die Verbindung zwischen Strache und der "Nationalen Front" wurde im Anschluss in einer zweiten Verhandlung vor der gleichen Richterin beleuchtet.

Der als Zeuge geladene Rechtsextremismus-Experte und Buchautor Wolfgang Purtscheller sagte aus, in Gesprächen zwischen ihm und mehreren "Aussteigern" aus der rechten Honsik-Szene sei öfters der Name Strache gefallen. Er gehe davon aus, dass Strache zur Honsik-Gruppe gehört habe, meinte der Autor.
Verfahren wurde auf den 25. September vertagt.
Fotos: Angeblich Übungen mit Rechtsextremen
Zöchbauer legte ihm außerdem die vor eineinhalb Jahren in "Österreich" veröffentlichten Fotos vor, auf denen angeblich Strache bei Wehrsportübungen mit Rechtsextremen zu sehen ist.

Purtscheller identifizierte darauf neben dem heutigen FPÖ-Chef unter anderen die Rechtsextremen Andreas Thierry und den ehemaligen Rechtsextremen Jürgen H.

Der als Zeuge geladene EU-Abgeordnete Andreas Mölzer war am Donnerstag unentschuldigt nicht zur Verhandlung erschienen. Das Verfahren wurde auf 25. September vertagt.
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