Wien ORF.at
MI | 11.04.2012
Fanzone wird geräumt (Bild: APA/Herbert Pfarrhofer)
unwetter
Kaum Verletzungen bei Räumung der Fanzone
Binnen zehn Minuten und bei heftigem Regen sind am Mittwoch rund 30.000 Fans aus der Fanzone geströmt. Mehrere Personen wurden verletzt, allerdings nur leicht. Wegen Sturmspitzen bis zu 106 km/h war das Areal erstmals geräumt worden.
Fanzone (Bild: APA/Pfarrhofer)
Ein jähes Ende fand die Fußballparty gegen 22.20 Uhr durch die Räumung der Fanzone. 30.000 Fans strömten hinaus.
Verletzungen nicht so schlimm wie befürchtet
Die Blessuren einer 18-Jährigen, die mit Verdacht auf eine Beckenfraktur in ein Krankenhaus eingeliefert worden war, hätten sich als leichter herausgestellt als zunächst befürchtet, so Andreas Zenker, Sprecher des EM-Sanitätsteams, am Donnerstag.

Die Türkei-Anhängerin war beim plötzlichen Aufbruch wegen des aufziehenden Gewitters gestürzt. Nachdrängende Personen waren über die Frau gestolpert.

Ebenfalls nicht so schlimm wie zunächst angenommen dürfte es einen zweiten Fanzonen-Besucher erwischt haben. Wegen des Verdachts auf eine Fraktur sei nur ein Kontrollbesuch im Krankenhaus beschlossen worden, sagte Zenker.
Video vom Unwetter am Mittwoch

Dieses Element ist nicht mehr verfügbar

Entscheidung sei nicht überhastet gewesen, wird betont.
"Keine überhastete Entscheidung"
Grundsätzlich zeigte man sich mit dem Verlauf der Räumung zufrieden. "Es hat weniger als zehn Minuten gedauert", so Barbara Schwarzinger vom Stadt Wien Marketing.

Überhastet sei die Entscheidung zur Räumung der Fanzone nicht gewesen, zumal man permanent in Kontakt mit der Wetterzentrale gewesen sei. Bei Sturmböen von mehr als 80 km/h müsse man räumen. "Das ist eine Auflage", so Schwarzinger. Die Warnung hatte die ZAMG gegen 22.00 Uhr ausgesprochen.
Fanzone nach Sturm (Bild: APA/Herbert Pfarrhofer)
Sanitätsteam hatte zum großen Teil nur Leichtverletzte zu versorgen.
Personen stürzten an Ausgängen und in "Öffis"
Durch den Wetterumschwung sei die Zahl der Einsätze auf jeden Fall deutlich gestiegen, so Zenker. In der Fanzone, an deren Ausgängen, aber auch in den"Öffis" kam es zu mehreren Stürzen. Versorgt werden mussten bei den übrigen Einsätzen allerdings nur leichte Verletzungen. Acht Patienten wurden nach Sturmbeginn zur Abklärung ins Spital gebracht.

Grundsätzlich habe es sich - trotz des Sturms - um einen normalen Einsatztag gehandelt, betonte Zenker. Bis 21.00 Uhr sei der Abend für die Helfer mit nur vier Spitalseinlieferung sogar außergewöhnlich ruhig verlaufen.
30.000 Menschen strömten hinaus
Rund 30.000 Personen waren zum Zeitpunkt der Räumung in der Fanzone, die gegen 22.20 Uhr vorgenommen wurde. Die Unwetterwarnung war bereits mehrmals auf den Leinwänden übertragen worden.

Viele Fans versäumten deshalb das Ende des Matches und erfuhren das Ergebnis erst später. Andere retteten sich in eines der umliegenden Lokale, um das Match zu verfolgen.
Wetterkapriolen verursachten Räumung der Fanzone.
Wenige Fans von Polizei rausgebracht
Nachdem viele geglaubt hatten, dass mit dem ersten Guss alles überstanden wäre, zog gegen 22.20 Uhr ein heftiger Regensturm auf. Zu dem Zeitpunkt, als die Liveübertragung endgültig ausfiel, waren schon Tausende auf der Flucht.

Einige wenige Fans trotzten beharrlich dem Wetter, hüpften kreischend in den Lacken auf und ab und bespritzten einander mit Regenwasser. Grüppchen, die sich gänzlich weigerten abzuziehen, mussten von der Polizei aus der wasserüberfluteten Partymeile geleitet werden.
Fanzone wird geräumt (Bild: Herbert Pfarrhofer)
Sturmwarnung wurde auch über die Videoleinwände bekanntgegeben.
Kaum Verkehrsprobleme
Rund um die Fanzonen wurden die Straßen laut Verkehrspolizei zuerst großräumig gesperrt. Sowohl die Zweierlinie als auch die Ottakringer Straße waren aber nach einer halben Stunde wieder frei befahrbar. Die geplanten Autokorsos der türkischen Fans fielen buchstäblich ins Wasser.

Zu Problemen kam es aber kaum. Der Sturm führte aber zu Problemen bei den "Öffis", vor allem bei den Straßenbahnen. Die Wiener Feuerwehr war in Großeinsatz.
Meteorologe: "Es geht wirklich zu"
"Es geht wirklich zu", beschrieb ein Meteorologe von der ZAMG in Wien gegen 22.30 Uhr die Situationen.

"Das Schlimmste ist eingetreten, wir haben zuvor alle möglichen Warnungen ausgegeben", so der Wetterexperte. Es hagelte zwar, aber das sei "das geringste Problem", hieß es. Betroffen von dem Gewitter war ein großer Bereich. "Der Sturm ist weitreichend und dauert länger an."
Jubel (Bild: APA/Straub) Jubelstimmung vor Unwetter
Zuvor hatte in der Fanzone Jubelstimmung geherrscht. Besonders die türkischen Fans verfielen nach dem ersten Tor ihrer Mannschaft in frenetischen Jubel.

Nach der türkischen Niederlage wurde die Ottakringer Straße ihrem Ruf als Balkanmeile dann nicht mehr gerecht: Niedergeschlagen, ruhig und mit mehr als langen Gesichtern machten sich die Türkiye-Anhänger auf den Heimweg. Der Traum war eindeutig ausgeträumt.
Ganz Österreich
Wien News

 
TV-Programm TV-Thek Radio Österreich Wetter Sport IPTV News