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MI | 11.04.2012
Ausschnitt aus "Die Malkunst" von Jan Vermeer (Bild: KHM)
Kultur
Ausreiseverbot für Vermeer-Gemälde
Das Gemälde "Die Malkunst" von Jan Vermeer darf nicht aus dem Kunsthistorischen Museum ins Metropolitan Art Museum in Tokio reisen. Das gab Kulturministerin Claudia Schmied (SPÖ) bekannt.
Begründung: "Unversehrte Rückkehr ins Inland nicht gesichert".
Bereits stark beansprucht
Das Kulturministerium gab den Bedenken des Bundesdenkmalamtes und der KHM-eigenen Restauratoren aufgrund der Fragilität des Gemäldes recht. Eine unversehrte Rückkehr ins Inland könne nicht als gesichert angenommen werden, hieß es.

Das Gemälde war zwischen 2003 und 2005 nach Madrid, Den Haag und auch Japan verliehen worden. Diese "überaus intensive Reisetätigkeit dieses Kunstwerkes" und die "daraus resultierende stark erhöhte Möglichkeit dauerhafter Schäden" wurden weiters einbezogen.

"Insbesondere stellen Klimaschwankungen nach übereinstimmenden Fachmeinungen aus konservatorischer Sicht eine Gefährdung dieses Gemäldes, das von höchster Bedeutung für den österreichischen Kunstgutbestand ist, dar", hieß es.
Verlust von 400.000 Euro für KHM?
Gegen die Entscheidung des Bundesdenkmalamtes vom 13. Mai hatte das KHM zuletzt berufen. "Bis heute kann keiner der Restauratoren zeigen, dass das Bild auf bisherigen Reisen Schaden genommen hat", hatte KHM-Generaldirektor Wilfried Seipel gesagt.

Das geforderte Genehmigungsprozedere für derartige Leihgaben sei "unsinnig", weil nicht praktikabel. Seipel hatte bereits im Vorfeld der Entscheidung beklagt, dass das KHM durch einen negativen Bescheid einen "Verlust von mindestens 400.000 Euro haben" werde.

Das Gemälde hätte von 2. August bis 14. Dezember in Tokio gezeigt werden sollen.
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