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MI | 11.04.2012
Hohe Autobox bei Grünanlage
Verkehr
ÖVP will Autotürme bei Parkanlagen
Die Wiener ÖVP setzt im Kampf gegen die Parkplatznot auf gläserne Türme: Bis zu 80 Wagen könnten in den hell erleuchteten "Flying-Park-Boxen" unterkommen. Erichtet werden sollten sie bei Parks.
In der Nähe von Parks sollen Glastürme errichtet werden, in denen Autos automatisch übereinander geparkt werden.
Geringer Flächenbedarf
Diese Autoboxen seien als Ergänzung zum bestehenden Volksgaragenbau gedacht, unterstrich ÖVP-Planungssprecher Alfred Hoch. Der Vorteil gegenüber der unterirdischen Parkvariante sei eine kürzere Bauzeit, geringerer Flächenbedarf und die diebstahlsichere Unterbringung der Wagen.

Gegenüber herkömmlichen Stellplätzen könne bis zu ein Drittel der verbrauchten Fläche eingespart und Radfahrern, Fußgängern oder Erholungssuchenden als Grünraum zur Verfügung gestellt werden. Die Türme sollten sich in ihrer Höhe immer an der umgebenden Bebauung orientieren, so Hoch.
Ein Turm bietet Platz für bis zu 80 Autos.
Mehr Sicherheit durch hell erleuchtete Türme
Die Türme sollen gleichzeitig den Park beleuchten und so die Sicherheit erhöhen.

Konkret vorstellen könnte sich Hoch solche Parktürme zum Beispiel beim Schönbornpark in der Josefstadt oder am Floridsdorfer Spitz. Ein Turm bietet Platz für bis zu 80 Autos.

Ein Nachteil gegenüber der klassischen Volksgarage seien allerdings die Kosten: Der einzelne Stellplatz dürfte mit 23.000 Euro rund 1.500 Euro mehr kosten als der unterirdische.
Autoturm
Mit dem Lift kommt das Auto zum Parkplatz
Nach der Einfahrt solle sich der Fahrer mittels Kredit- oder Bankomatkarte registrieren, die Bezahlung solle über Bankeinzug oder Barzahlung erfolgen.

Eine Kombination mit dem bestehenden Parkpickerl sei allerdings wünschenswert, so Hoch: "Ganz wichtig ist, dass man diese Parkplätze für die Anrainer schafft." Danach wird das Auto mittels Lift zu seinem Platz im Turm gebracht.
SPÖ: Viele gegen Grünraumvernichtung
Die SPÖ sieht den ÖVP-Vorschlag skeptisch. Die Stadt habe früher selbst derartige Überlegungen angestellt, so SPÖ-Gemeinderat Sigi Lindenmayr. Hinderungsgründe seien die Ablehnung der Anrainer und die hohen Errichtungskosten gewesen.

Viele Bewohner würden sich gegen Grünraumvernichtung wehren. "Nicht jedermanns Sache ist es, vor ihren Fenstern mit in der Nacht hell erleuchteten Parkplatztürmen konfrontiert zu sein", so Lindenmayr.
Grüne: "Schnapsidee"
Als absolute "Schnapsidee" bezeichnet der Umweltsprecher der Grünen Wien, Rüdiger Maresch, den ÖVP-Vorstoß. Wien brauche billigen Wohnraum statt Hochhäuser für parkende Autos.

"Ein Ausbau der öffentlichen Verkehrsmittel ist der einzig richtige Weg, um der Autoflut in Wien Herr zu werden, gläserne Parkplatz-Hochhäuser sind hier der falsche Weg", so Maresch.
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