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MI | 11.04.2012
Che-Guevara-Büste im Donaupark (Bild: APA/Barbara Gindl)
Kommunales
Umstrittene Che-Guevara-Büste enthüllt
Im Wiener Donaupark ist am Donnerstag eine Büste Che Guevaras enthüllt worden. Es ist das erste Denkmal, das dem nicht unumstrittenen Revolutionär und Freiheitskämpfer in Europa gesetzt worden ist.
Häupl und Blecha bei Enthüllung
Die Büste sei ein demokratisches Vermächtnis an Che, dass auch Wien dafür sorgen wolle, dass Armut getilgt werde, sagte Bürgermeister Michael Häupl (SPÖ) bei der Enthüllung.

"Der Mensch ist mehr wert als alles Geld des reichsten Mannes der Welt", zitierte der frühere SPÖ-Politiker Karl Blecha einen Ausspruch Che Guevaras. Blecha war als Vertreter des Personenkomitees anwesend, das die Büste finanzierte.
Enthüllung der Büste mit Bürgermeister Michael Häupl (r.) (Bild: APA/Barbara Gindl)
Prominent besetztes Komitee sammelte Geld.
Seit 2007 Spenden gesammelt
Das seitens der Österreichisch-Kubanischen Gesellschaft lang erwünschte Projekt war aus Anlass des 80. Geburtstag des Revolutionärs realisiert worden.

Ein prominent besetztes Komitee, darunter der erst kürzlich verstorbene Germanist Wendelin Schmidt-Dengler und Elfriede Jelinek, hatten seit dem Winter 2007 Spenden gesammelt. Die 70 Zentimeter hohe Büste im Wert von 28.000 Euro gestaltete die Bildhauerin Gerda Fassel.
Nicht unumstrittener Revolutionär
Che Guevara  (Bild: UPI)Der in Argentinien geborene und 1967 von der bolivianischen Armee erschossene Che Guevara ist eine nicht unumstrittene Person der Geschichte. Ursprünglich aus einer bürgerlichen Familie kommend, widmete er sein Leben einer Revolution gegen soziale Ungerechtigkeit. An der Seite Fidel Castros führte er die kubanische Revolution an.

Doch sein Image ist angekratzt. Kritiker werfen ihm unter anderem vor, Regimegegner erschossen zu haben.
FPÖ und ÖVP sparten zeigten sich verwundert.
"Steuergelder für Massenmörder"
Nicht unumstritten ist auch die Büste und ihre Aufstellung in Wien. Schon vor der Enthüllung äußerte FPÖ-Gemeinderat Toni Mahdalik seine Verwunderung darüber, "dass unser Bürgermeister einen Gewalttäter ehren will, der unzählige Menschenleben auf dem Gewissen hat".

ÖVP-Landesgeschäftsführer Norbert Walter: "Meinetwegen kann Häupl gerne in der Che-Guevara-Bettwäsche schlafen. Das fällt in die Kategorie 'merkwürdig, aber privat'. Öffentliche Gelder für Büsten von Massenmördern auszugeben ist vollkommen geschmacklos."
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