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MI | 11.04.2012
Maria Theresia-Denkmal (Bild: Stadt Wien)
Kultur
Wiens größtes Denkmal wird saniert
Der Kaiserin ist ihr Geleitschutz verloren gegangen: Ein Teil des Maria-Theresia-Denkmals zwischen Natur- und Kunsthistorischem Museum wird nun generalsaniert. Bei der fast 20 Meter hohen Anlage handelt es sich um Wiens größtes Denkmal.
Maria Theresia-Denkmal (Bild: Stadt Wien)
Ein Reiterstandbild wurde abmontiert, die restlichen sollen an Ort und Stelle saniert werden.
Sanierung kostet "Millionenbetrag"
Seit Donnerstagabend steht die überlebensgroße Reiterfigur des Generals Otto Ferdinand Graf Traun nicht mehr auf, sondern neben dem Maria-Theresia-Denkmal. Das Reiterstandbild soll in der kommenden Woche zur Restaurierung in ein Wiener Atelier gebracht werden.

Der General dürfte jedenfalls heuer nicht mehr zu seinen Kollegen zurückkehren. "Wenn er wieder raufkommt, ist es Frühjahr 2009", prognostizierte Burghauptmann Wolfgang Beer, der für die Sanierung zuständig ist. Die drei verbliebenen Reiter könnten - je nach den Ergebnissen des Testlaufs - an Ort und Stelle saniert werden.

Die Gesamtinstandsetzung des Denkmals dürfte sich noch bis ins Jahr 2010 erstrecken. Die Kosten der Sanierung, die von der Burghauptmannschaft getragen werden, belaufen sich auf einen Millionenbetrag.
120 Jahre alt und 44 Tonnen schwer
Enthüllt wurde das Denkmal 1888 - nach dreizehnjähriger Bauzeit. Für den Sockel zeichnete Architekt Karl von Hasenauer verantwortlich, der mit Gottfried von Semper auch die beiden nebenliegenden Museen, die Neue Hofburg und das Burgtheater konzipiert hatte. Die insgesamt 44 Tonnen schweren Bronzefiguren schuf dagegen der Bildhauer Kaspar von Zumbusch.
600 Quadratmeter großes Gewölbe entdeckt
Dabei mussten die Restauratoren beim Öffnen des Sockels einige Überraschungen erleben - im negativen und im positiven Sinne. So waren die Schäden am Ziegelwerk unter dem Granit nicht unbeträchtlich, zumal sich der Mörtel wegen des von oben eindringenden Rostwassers der korrodierenden Figuren praktisch aufgelöst hatte.

Zugleich hat man unter dem Denkmal ein 600 Quadratmeter großes Ziegelgewölbe entdeckt. "Da ist fast ein kathedralenartiger Raum unten drunter", so Beer. Diese tragende Konstruktion dürfte zur damaligen Zeit nicht unüblich gewesen sein, zumal man bei den Reiterstandbildern am Heldenplatz ähnlich verfahren sei.
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