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MI | 11.04.2012
Straßenbahnlinie (Bild: ORF)
verkehr
Ringlinie bleibt als "Touristenbim"
Der "Kreisverkehr" der Linien 1 und 2 um den Ring ist ab 26. Oktober Geschichte. Nachdem ÖVP und Grüne das neue Konzept immer wieder kritisierten, lenkte die Stadt nun ein: Ab April umkreist eine "Touristenbim" den Ring.
Stadtführung via Kopfhörer
Ab 4. April 2009 soll eine eigene "Touristenbim" im Halbstundentakt um die Ringstraße kreisen. Sie werde täglich zwischen 10.00 und 18.00 Uhr unterwegs sein und Wien-Gäste mittels LCD-Bildschirmen und Kopfhörern über die Sehenswürdigkeiten entlang des Rings informieren, teilte Michael Lichtenegger, Geschäftsführer der Wiener Linien, mit.
Tramway soll nach "Hop on, hop off"-Prinzip funktionieren.
Normale "Öffi"-Tickets nicht gültig
Die neue, mit 40 Sitzplätzen ausgestattete Tourismus-Tramway wird auf dem inneren Gleis verkehren und im Uhrzeigersinn um den Ring zirkulieren. Sie soll nach dem "Hop on, hop off"-Prinzip funktionieren, bei dem die Fahrgäste an ausgewählten Stationen ein- und aussteigen können. Dafür wird es spezielle Tickets geben.

Normale Fahrkarten der Wiener Linien werden in der multimedial ausgestatteten Garnitur nicht gültig sein.
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Opposition begrüßt die "Touristenbim" im Großen und Ganzen.
ÖVP befürchtet Advent-Chaos
Bei der Wiener ÖVP ist man froh, "dass unser Protest Früchte trägt", Verkehrssprecher Wolfgang Gerstl kritisiert allerdings: "Das Verkehrschaos im Advent will uns die Vizebürgermeisterin Renate Brauner aber nicht ersparen - da bleibt heuer der Autobus die einzige Alternative für Touristen."

Auch die Grünen sehen sich mit der Einführung der Touristen-Tram in ihrer Kritik bestätigt, doch es bedürfe noch weiterer Verbesserungen, "um den überbordenden Busverkehr in der Stadt in den Griff zu kriegen". Busse sollten am Stadtrand abgefangen werden, hieß es.

Die FPÖ hatte im Vorfeld ebenso das Aus der zirkulierenden Trams kritisiert und den Erhalt einer Ringlinie im 15-Minuten-Takt gefordert. Diese sollte im Falle von Verkehrsbehinderungen als "Sicherheitsreserve" dienen, so die FPÖ kürzlich.
Grafik: Neue Strecken der Straßenbahnen (Bild: APA/M. Hirsch)
Grafik: Neue Strecken der Straßenbahnen (Bild: APA/M. Hirsch)
Linien 1 und 2 biegen in Außenbezirke ab
Am Freitag verabschiedete sich die Linie 1 erstmals für eine Testfahrt vom Ring. 1 und 2 ersetzen ab 26. Oktober die Linien J, N und 65. Die Fahrgäste sparen durch die neue Streckenführung Zeit und müssen weniger oft umsteigen. Die Wiener Linien erwarten sich dadurch pro Jahr 700.000 zusätzliche Fahrgäste.
3 und 4 kommen nächstes Jahr
2009 werden die Linien 3 und 4 eingeführt. Der 3er wird den bisherigen D-Wagen ersetzen und später zum Hauptbahnhofgelände verlängert werden. Die Linie 4 wird den jetzigen 71er ersetzen, der auch ausgebaut wird.

Er verbindet dann den Zentralfriedhof mit der Börse. Somit sind ab diesem Zeitpunkt auch die Buchstaben-Bezeichnungen für Wiener Bim-Verbindungen Geschichte - mit einer Ausnahme: Die Linie O darf weiter so heißen.
Änderungen auch für 25 und 26
Die Stadt hat aber noch weiter Pläne mit den Straßenbahnen: Die Linien 25 und 26 sollen ab 2013 anders geführt werden, wofür knapp sechs Kilometer Neubaustrecke nötig sein werden.

Der 26er wird dann nicht mehr von Strebersdorf bis zur jetzigen Endstelle Oberdorfstraße fahren, sondern ab dem Kagraner Platz auf die neue, 4,7 Kilometer lange Strecke abbiegen. Diese führt auf einer Hochtrasse über den Gewerbepark Stadlau bis zur Querfeldgasse und erreicht schließlich die künftige U2-Station Hausfeldstraße. Die Baukosten dafür betragen laut Wiener Linien rund 70 Mio. Euro.

Der 25er fährt dann nicht mehr ab Strebersdorf, sondern erst ab der Station Floridsdorf gemeinsam mit dem 26er bis zur Tokiostraße. Dort zweigt er auf die rund ein Kilometer lange Neubaustrecke ab, die als Verbindung zur U1-Station Kagran dient. Anschließend übernimmt er den Streckenverlauf der jetzigen Linie 26 bis zur Endstelle Oberdorfstraße.
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