Wien ORF.at
MI | 11.04.2012
Richterhammer
kriminalität
Einbrecher werden häufig wieder rückfällig
Diebe und Einbrecher werden nach Haftstrafen besonders oft wieder rückfällig: Das zeigt eine Untersuchung des Justizministeriums. Rund jedem zweiten Vorbestraften gelingt nach der Haft aber angeblich der Ausstieg aus der Kriminalität.
Meist kein zweites Urteil für Kriminelle
Bei der Untersuchung zeigte sich: 62 Prozent der von den Strafgerichten Abgeurteilten werden kein zweites Mal verurteilt. Fast jeder zweite Vorbestrafte schaffe "den Ausstieg aus der Karriere".

Die sogenannte Wiederverurteilungsstatistik soll Hinweise darauf geben, ob Gesetzesänderungen beispielsweise gegen Sexualstraftäter oder gegen kriminelle Jugendliche notwendig sind.
Statistik: Einheimische werden eher wiederverurteilt als Ausländer.
Auch Drogendealer neigen zum Rückfall
Immerhin ein Fünftel der Abgeurteilten wurde im Beobachtungszeitraum allerdings öfter als viermal wieder schuldig gesprochen.

Bei Suchtmittel- und Vermögensdelikten war die Rückfallquote am Größten. Angeblich soll das Gegenteil für Sexualstraftäter gelten: Ein Viertel dieser Personen wurde wieder verurteilt, allerdings nur vier Prozent innerhalb derselben Deliktsgruppe.

Weiter ist laut Justizministerium die Tendenz bei Jugendlichen bzw. Einheimischen größer wiederverurteilt zu werden als bei Erwachsenen bzw. Fremden.
Bedingte Strafen "sinnvoll"
Je geringer die Strafe ausfällt, desto geringer die Wahrscheinlichkeit, neuerlich vor Gericht zu landen - dies lasse sich ebenfalls aus der Statistik ablesen, so die Wiener Kriminalsoziologen Arno Pilgram und Veronika Hofinger.

74 Prozent der zu einer bedingten Geldstrafe Verurteilten wurden angeblich überhaupt nicht mehr verurteilt, während 35 Prozent der zu unbedingten Haftstrafen neuerlich eine "Unbedingte" ausfassten.

Sinnvoll seien offenbar bedingte Entlassungen: Während 67 Prozent der Personen, die zum vorgesehenen Zeitpunkt aus der Strafhaft entlassen wurden, wieder verurteilt wurden, waren es bei vorzeitig auf Bewährung Entlassenen nur 54 Prozent.
Grundlage für eventuelle Gesetzesänderungen
Die neue Wiederverurteilungsstatistik bezieht sich auf sämtliche im Jahr 2003 rechtskräftig abgeurteilten Personen sowie jene, die im selben Jahr aus unbedingten Freiheitsstrafen entlassen wurden.

Weiter beobachteten die Wissenschaftler, wie viele Männer und Frauen bis zum 31. Dezember 2007 neuerlich strafrechtlich schuldig gesprochen wurden.

Ein Jahr hatten die Soziologen mit einer Arbeitsgruppe an dem Projekt gearbeitet, das fundierte Grundlagen für zukünftige kriminalpolitische Überlegungen liefern soll.
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