Wien ORF.at
MI | 11.04.2012
Viele Menschen (Bild: Fotolia/Dmitry Nikolaev)
Lifestyle
"Flashmob"-Aktion lässt Wien erstarren
Das "Flashmob"-Fieber hat Menschen rund um den Globus gepackt. Dem Blitzauflauf von Menschen lassen sich auch viele Wiener hinreißen. Am 18. Dezember werden am Stephansplatz Hunderte für Minuten erstarren.
Passanten und Touristen meist ratlos über Aktion.
Teilnehmer einander unbekannt
Für einen Augenblick scheint die Welt wie ausgestorben. Hunderte Menschen "frieren" plötzlich und scheinbar ganz spontan ein. Egal, ob sie gerade dabei sind, sich den Schuh zu binden oder genüsslich einen Bissen von einem Sandwich abbeißen. Plötzlich steht das Leben komplett still.

Während sich ratlose Passanten hilfesuchend umsehen und Touristen mit fragenden Blicken herumirren, wissen die Teilnehmer eines "Flashmob" genau, um was es bei der Aktion geht.

Einander unbekannte Menschen versammeln sich auf einem über das Internet verabredeten öffentlichen Platz einer Stadt und sorgen für einen kurzfristigen Menschenauflauf. Die Uhrzeit für die Aktion wird kurz vor der Durchführung über Weblogs, Newsgroups oder per Email bekannt gegeben.
Flashmob
Erster "Flashmob" 2001 in Indonesien. Über SMS und Internet organisiert jagten Menschen den korrupten Präsidenten aus dem Amt.

Am 3. Juni 2003: Erster "Flashmob" in New York, zu dem ein Journalist aufruf. Hunderte Teilnehmer versammelten sich in einem Kaufhaus rund um einen Teppich. Der Initiator wollte damit zeigen, wie viele Menschen zu einer sinnlosen Veranstaltung kommen, um Teil einer "großen Sache" zu sein.

Heute gibt es "Flashmobs" mit politischem Hintergrund, aber auch unpolitische. Im April 2008 kam es erstmals zu einer Verhaftung. Wegen Ruhestörung wurde eine Teilnehmerin beim lautlosen Tanzen in Washington verhaftet.
Uhrzeit für "Flashmob" wird kurz davor bekannt gemacht.
Internet rührt Werbetrommel
Auf diese oder ähnliche Art soll es sich am 18. Dezember in der Wiener Innenstadt abspielen, wenn sich wieder "Flashmob"-Anhänger auf dem Stephansplatz versammeln. Die Uhrzeit für den 2001 erstmals in Indonesien organisierten Blitzauflauf steht noch nicht fest.

Bei Tausenden Interessierten ist der Termin im Kalender bereits rot vermerkt. Auf Internetportalen wie facebook oder studiVZ wird bereits seit Wochen die Werbetrommel dafür gerührt.
200 Menschen versammelten sich in New York und erstarrten fünf Minuten.
"Flashmob" zieht weite Kreise
Welche weiten Kreise eine "Flashmob"-Aktion zieht, zeigt das Beispiel in der New Yorker "Grand Central"-Station. Am 27. Februar 2007 versammelten sich mehr als 200 Menschen auf dem Bahnhofsgelände und übten sich fünf Minuten lang im Stillstehen.

Die Folge war ein Aufgebot an Polizisten und Securitys, die das Spektakel zu überwachen versuchten. Weltweite Bekanntheit erlangte diese Aktion einmal mehr über das Internet. Auf Youtube das Video unter "Frozen Grand Central" zu finden.
Im Dezember zum zweiten Mal in Wien.
Wiener Gefallen an Aktion gefunden
Seiher entsteht eine neue Generation "Eingefrorener", die Gefallen am "Flashmobben" finden. Dass die Wiener dem Reiz des "Flashmobs" verfallen sind, bewies die Aktion im März, als sich 50 Teilnehmer am Westbahnhof zu einem ersten "Freeze" zusammen trafen.

Beim zweiten Anlauf im Dezember ist mit deutlich mehr Menschenmassen zu rechnen. Denkbar ist jedoch eine Verschiebung des Termins - vergangene Flashmobs wurden auf andere Tage verlegt, nachdem Medien im Vorfeld darüber berichtet haben.
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