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MI | 11.04.2012
"Flex" in Wien (Bild: APA)
chronik
Debatte um Drogen im "Flex" entbrannt
Für Bezirksvorsteherin Ursula Stenzel (ÖVP) ist klar: Das "Flex" in der Innenstadt ist ein Magnet für die Drogenszene, man müsse den Bereich besser überwachen. Der Betreiber sieht das anders: Er kämpfe seit Jahren gegen die Drogenszene.
Bezirkschefin: "Ein Szenelokal wie dieses ist eben ein Anziehungspunkt."
Stenzel für mehr Licht und Kameras
Zur Drogenproblematik rund um die Augartenbrücke meint Bezirksvorsteherin Ursula Stenzel (ÖVP), dass der Musikclub "Flex" daran nicht ganz unschuldig ist: "Ein Szenelokal wie dieses ist eben ein Anziehungspunkt".

Nun soll der betroffene Abschnitt am Donaukanal künftig besser überwacht und beleuchtet werden. Vor allem für den Stiegenabgang von der Augartenbrücke zum Kanal wünscht sich Stenzel die Installation von Videokameras und zusätzliche Lichtquellen.
Eller: "Hat sich vom grindigen Lokal zur angesagten Location gemausert."
Betreiber verteidigt "Institution Flex"
Der Betreiber Thomas Eller sieht das naturgemäß anders: "Das Flex ist nicht irgendeine 'Brunzhütte' für 20 Kokser, sondern eine Institution". Es habe sich im Laufe seines knapp 20-jährigen Bestehens vom "grindigsten Lokal aller Zeiten" zu einem der angesagtesten heimischen Locations für die sogenannte alternative Musikszene gemausert.

Rund 300.000 Besucher kommen jährlich, wobei der Großteil der Gäste in den Sommermonaten gerne draußen sitzt. Neben ausgewähltem Programm mit Live-Bands hat wohl auch die viel gelobte Soundanlage zum internationalen guten Ruf des Lokals beigetragen. Auch das Gratis-Soda, welches nach wie vor - und laut Chef auch in Zukunft - ausgeschenkt wird, dürfte Teil des Erfolgsgeheimnisses sein.
Security wirft Dealer raus
Seit kurzem gehören Securitybedienstete zum fixen "Inventar" des Clubs. Sie durchforsten nicht nur die Rucksäcke der Gäste nach mitgebrachten Getränken, sondern sollen zudem die Räumlichkeiten von Dealern freihalten. Dies hatte Eller zuweilen Rassismusvorwürfe eingebracht, da seine Türsteher einigen Schwarzen den Zutritt zum Club verweigert hatten.
Drogenkoordinator sieht kein Problem
Eine Ausweitung der Sperrstunde von 4.00 auf 6.00 Uhr, wie Eller inzwischen mittels Unterschriftenliste fordert, müsse man sich überlegen, meint Stenzel. Für eine Schließung des Clubs tritt sie nicht ein. Dennoch stehen sie und Eller nun sozusagen auf Kriegsfuß.

Wiens Drogenkoordinator Michael Dressel ortet - im Gegensatz zu Stenzel - keinen direkten Zusammenhang zwischen dem Flex und der Suchtgiftproblematik. Die Kriminalität im Bereich Augartenbrücke sei auch in keinem Zusammenhang mit einer Ausweitung der Sperrstunde zu sehen, meinte Dressel.
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