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MI | 11.04.2012
Werner Tomanek (Bild: ORF)
chronik
Rätsel nach Brandanschlag auf Rechtsanwalt
Nach dem mysteriösen Brandanschlag auf die Wohnung des prominenten Wiener Anwalts Werner Tomanek in der Innenstadt gibt es offenbar noch keine konkrete Spur zum Täter. Laut Tomanek gab es im Vorfeld keine Drohung.
Offenbar wurde ein Zeitzünder verwendet.
"Profis am Werk"
Werner Tomaneks Wohnung war über das verlängerte Wochenende leer gestanden. Der bekannte Strafverteidiger war zum Ski Opening nach Saalbach-Hinterglemm gereist, seine Frau hielt sich in Tirol auf. In einem angrenzenden Lokal dürfte das am frühen Sonntagmorgen gelegte Feuer rasch bemerkt worden sein. Die Feuerwehr rückte mit fünf Wagen an, drei Brandherde wurden lokalisiert.

In Petroleum getauchte Handtücher waren miteinander verknotet quer durch die Wohnung gelegt worden. Ein Heizstab mit Zeitschaltuhr wurde als Zündquelle dazugegeben. Gegen 4.30 Uhr in der Nacht auf Sonntag dürfte der Brand in der Wohnung in der Neutorgasse dann ausgebrochen sein. "Hier waren Profis am Werk", meinte Tomanek.

Die Feuerwehr konnte zwar rasch löschen, zumindest das Vorzimmer aber dürfte gänzlich ausgebrannt sein. Durch die Rauchgase und den Ruß wurden auch die übrigen Räumlichkeiten schwer in Mitleidenschaft gezogen.
Wohnung von Werner Tomanek (Bild: ORF)
Trotz Angst kein Leibwächter
"Es hat im Vorfeld keine Drohungen gegeben", versicherte Tomanek am Dienstag. Ein derart heimtückischer Anschlag mache natürlich nervös: "Wenn jemand mit offenem Visier kämpft, stelle ich mich dem. Das ist hier nicht möglich."

Einen Leibwächter will sich Tomanek jetzt nicht suchen, auch von polizeilichem Personenschutz hält er nichts: "Das würde nicht viel bringen. Das länger als drei Wochen durchzuziehen, wäre ja kaum möglich. Und schlecht für's Geschäft wäre es auch."

Seine Frau wolle aus Angst nicht mehr in die Wohnung zurück, sagte Tomanek. Er selbst habe im Moment praktisch nichts mehr zum Anziehen: "Mein ganzes Gewand war in der Wohnung, die ich nach wie vor nicht betreten kann, weil sie von der Polizei untersucht wird."
Tomanek hatte zuletzt einen Zuhälter vertreten.
Verbindungen zu Rotlichtszene
In Anwaltskreisen deutet man den Anschlag auf den vielbeschäftigten Strafverteidiger als "Warnzeichen", das prominente Kollegen Tomaneks der Rotlicht-Szene zuschreiben.

Tomanek hatte zuletzt einen ehemaligen Zuhälter vertreten, der sich mit Rotlicht-Größen angelegt und mit dazu beigetragen hatte, dass diese gerichtlich verfolgt wurden.

Das Auto jenes Mandanten, über den einige Medien in großer Aufmachung berichtet hatten, soll erst vor kurzem mit Benzin übergossen und angezündet worden sein.
Suche nach DNA-Spuren
Die Ermittlungen dauerten am Dienstag noch an. "Für konkrete Ergebnisse ist es noch viel zu früh. Das wird noch länger dauern, bis man dazu etwas sagen kann", bemerkte Chefinspektor Armin Ortner.

Die Polizei ist vor allem bestrebt, die Räumlichkeiten auf DNA-Spuren zu inspizieren, die der oder die Täter hinterlassen haben könnten. Tomanek selbst will noch am Dienstag seine Versicherung kontaktieren, um den entstandenen Schaden beziffern zu können.
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