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MI | 11.04.2012
KAV-Chef Wilhelm Marhold (Bild: APA/Günter R. Artinger)
Gesundheit
Spitälerchef bestreitet "Missstände"
Einmal mehr ist am Donnerstag im Zuge der Psychiatrie-U-Kommission die Frage behandelt worden, ob es "gravierende Missstände" in der Psychiatrie in Wien gibt oder nicht. Spitälerchef Wilhelm Marhold will davon nichts "entdeckt" haben.
Marhold: Fehler werden "energisch, mit Augenmaß und objektiv"
untersucht .
Umstrukturierung läuft
Sämtliche Prüfungen hätten ergeben, dass die im Herbst 2007 erhobenen Vorwürfe nicht zutreffen, so der Generaldirektors des Wiener Krankenanstaltenverbundes (KAV), Wilhelm Marhold. Die internen Erhebungen seien dabei auch unangemeldet durchgeführt worden.

Was es in der Psychiatrie gebe, sei ein seit vielen Jahren andauernder Umstrukturierungsprozess: "Das ist kein Missstand." Was nicht bedeute, dass keine Fehler passieren könnten.

Um mit solchen umzugehen, gebe es im KAV inzwischen jedoch ein strukturiertes Beschwerdemanagement, erklärte Marhold. Fehler werden demnach "energisch, mit Augenmaß und objektiv" untersucht.
Marhold spricht von "spezieller Situation"
Laut Marhold werden am in die Kritik gekommenen Otto-Wagner-Spital (OWS) jährlich 7.000 Patienten stationär auf den psychiatrischen Abteilungen aufgenommen. Dazu kommen 25.000 ambulante Behandlungen.

Dass Kritik auch von Angehörigen gekommen war, kann laut Marhold unter anderem mit deren spezieller Situation zusammenhängen: "Gerade in der Psychiatrie ist das Leid, das Angehörige miterleben müssen, ein sehr großes." Oft sei es nicht möglich, die Krankheit eines Betroffenen zu heilen, sondern nur zu lindern.
Netzbett (Bild: ORF) Prominente Zeugen geladen
Im Rahmen der von ÖVP, Grüne und FPÖ eingesetzten gemeinderätlichen Untersuchungskommission sollen mutmaßliche Missständen in der Psychiatrie und deren politische Verantwortung erörtert werden. Vor allem die Verwendung von Netzbetten war immer wieder ins Kreuzfeuer der Kritik geraten.

Eine Befragung von betroffenen Patienten ist nicht vorgesehen. Diese wird von der SPÖ, die in der Kommission über eine Mehrheit verfügt, nicht als sinnvoll erachtet.

Die Auftritte weiterer prominenter Zeugen werden schon demnächst folgen: Für den 22. Jänner ist unter anderem Gesundheitsstadträtin Sonja Wehsely (SPÖ)geladen. Am 30. Jänner werden die frühere Gesundheits- und jetzige Finanzstadträtin Renate Brauner (SPÖ) sowie Bürgermeister Michael Häupl (SPÖ) von der Kommission befragt.
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