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MI | 11.04.2012
Die denkmalgeschützte Ankerbrot-Fabrik in Favoriten. (Bild: APA)
Wirtschaft
Räumungsklage für Ankerbrot
Der Wiener Traditionsbäckerei Anker hat eine Räumungsklage am Hals. Der Pachtvertrag für den Standort in Favoriten ist mit Jahresende ausgelaufen. Doch noch will man nicht ausziehen, es gibt noch keinen Ersatzstandort.
Bis Ende 2008 durfte Ankerbrot das Areal nutzen, so die Pachtvereinbarung von 2005.
Historischer Standort veraltet
Seit bald 120 Jahren werden in Favoriten Semmeln gebacken. Zum Jahresende lief Pachtvertrag mit den Gläubigerbanken aus. Am Montag wurde die Räumungsklage eingebracht, bestätigte der Liegenschaftsverwalter ASC eine Information des "WirtschaftsBlatts".

Die Ankerbrot-Führung habe selbst wiederholt erklärt, dass der historische Standort veraltet sei und nicht mehr den heutigen Anforderungen eines Industrieunternehmens entspreche.
Wohnungen statt Bäckerei
Den Liegenschaftsverwaltern von der ASC schwebt - nach Absiedlung von Ankerbrot - ein Stadtentwicklungsprojekt vor mit Wohnungen und Lofts unter Wahrung der zum Teil denkmalgeschützten industriellen Bausubstanz.
Alternative Standorte
Die Stadt Wien hat über den Wirtschaftsförderungsfonds (WWFF) drei Standorte angeboten, unter anderem beim Zentralfriedhof und dem ehemaligen Flugfeld in Aspern.

Bisher habe es aber keine Antwort vom Anker- Eigentümer, dem Deutschen Klaus Ostendorf gegeben, beklagte man beim WWFF. Dabei habe man sogar angeboten, ein schlüsselfertiges Werk mit privaten Partnern zu bauen und an Ostendorf zu vemieten.
Die Räumungsklage hat unmittelbar keine Auswirkungen.
Kein Rausschmiss
Dass Hunderte Brotfabriksarbeiter in den nächsten Tagen auf der Straße stehen, konnte der Liegenschaftsverwalter ASC ausschließen. Anker darf weiter in Favoriten produzieren. Es droht zunächst keine Delogierung.

Jetzt werde über eine "befristete Verlängerung des Pachtvertrags" verhandelt, um Ankerbrot Zeit zu geben für eine geordnete Absiedlung an einen neuen Standort.

Die Traditionsbäckerei hatte in den letzten Jahren mehrfach den Besitzer gewechselt. Zuletzt hatte auch Ostendorf vergeblich versucht, Anker wieder zu verkaufen.
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