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MI | 11.04.2012
Karl Koller (Bild: APA/FRITZ KLINSKY)
Menschen
Fußballlegende Karl Koller verstorben
Karl Koller, einer der ganz Großen des österreichischen Fußballs, ist am Samstag verstorben. Er erlag kurz vor seinem 80. Geburtstag am 9. Februar den Folgen einer Alzheimer-Erkrankung.
In 836 Spielen für Döbling traf Koller 101 Mal.
Bester Vienna-Spieler aller Zeiten
Karl Koller bildete in den 50er und 60er Jahren gemeinsam mit Gerhard Hanappi und Ernst Ocwirk eine legendäre Läuferreihe in der Nationalmannschaft, sein größter Erfolg war der dritte Platz bei der WM 1954 in der Schweiz.

In der ewigen Einsatzliste der ÖFB-Nationalmannschaft liegt Koller auf Platz vier hinter Andreas Herzog (103 Spiele), Anton Polster (95) und Gerhard Hanappi (93). Als 20-Jähriger wechselte der Niederösterreicher vom ASK Blumau zur Vienna, bei der er seine gesamte restliche Karriere verbrachte.

Für die Döblinger absolvierte Koller 836 Spiele, in denen er 101 Tore erzielte. 1955 holte er mit seinem Lebensclub den Meistertitel, 2004 wurde er zum besten Vienna-Spieler aller Zeiten gewählt.
Höhepunkt: Bronze 1954
Sein Teamdebüt feierte der harte, aber stets faire Mittelläufer mit einem 2:0-Sieg am 23. März 1952 in Wien gegen Belgien, der Abschied war mit dem 0:3 am 5. September 1965 in einem WM-Qualifikationsspiel gegen Ungarn weniger glorreich.

Höhepunkt seiner Karriere war der Gewinn der WM-Bronzemedaille 1954, wobei das 7:5 im Viertelfinale gegen die Schweiz in Lausanne nach einem 0:3-Rückstand einen besonderen Stellenwert hat.
Österreichische Nationalmannschaft 1954 (Bild: APA)
Koller ist der dritte Spieler von links: 3. Juli 1954 im Zürcher Hardturmstadion gewann Österreich das Spiel um Platz drei gegen Titelverteidiger Uruguay mit 3:1.
Seine schönsten Erinnerungen
"Er war ein großartiger Fußballer, hat nur für den Fußball gelebt und war immer korrekt und anständig", sagte Kollers ehemaliger Nationalmannschaftskollege Alfred Körner am Samstag. "Vielleicht war es sogar eine Erlösung für ihn, weil er ja in den letzten Jahren schon sehr krank war."

Koller kam mit der WM-Endrunde 1958 in Schweden auf insgesamt acht WM-Spiele. Die Decker-Ära mit u.a. Siegen gegen Spanien, Italien, UdSSR (in Wien und Moskau), England, Ungarn zählte auch zu den liebsten Erinnerungen Kollers, der nach dem Ende seiner Karriere viele Jahre lang in Blumau ein Gasthaus führte.
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