Wien ORF.at
MI | 11.04.2012
Kardinal Christoph Schönborn
Kirche
Holocaust-Leugnung: "Fehler im Vatikan"
Bei der Aufhebung der Exkommunikation des britischen Bischofs Richard Williams seien Fehler im Vatikan passiert. Das hat Wiens Erzbischof Kardinal Christoph Schönborn am Donnerstag in der ZIB2 betont.
Vatikan-Mitarbeiter nicht ausreichend informiert.
"Nicht genügend hingeschaut"
"Wer die Schoah leugnet, kann nicht in seinem kirchlichen Amt rehabilitiert werden", sagte Schönborn im ORF. Hier hätten "vatikanische Mitarbeiter nicht genügend hingeschaut" und sich nicht ausreichend über Williamson informiert.

Schönborn betonte aber auch, dass die Klarstellung von Papst Benedikt XVI. "völlig eindeutig" gewesen sei. Dieser habe am Mittwoch die Leugnung des Holocaust klar verurteilt und den Juden seine "vollständige und nicht diskutierbare Solidarität" versichert.
Gaskammern geleugnet
Der Papst hatte am Wochenende die Exkommunikation von vier Bischöfen aufgehoben, die Anhänger des 1991 verstorbenen traditionalistischen Erzbischofs Marcel Lefebvre sind.

Unter ihnen befindet sich auch Bischof Richard Williamson. Dieser hatte am 21. Jänner in einem Interview für den schwedischen TV-Sender SVT die Existenz von Gaskammern in den Konzentrationslagern der Nazis geleugnet.
Bischöfe noch nicht in Amt und Würden.
Papst wollte "Geste des Entgegenkommens"
Schönborn betonte, der Papst habe "eine Versöhnung mit dieser Gruppe" und eine "Geste des Entgegenkommens" beabsichtigt. Die vier betreffenden Bischöfe seien allerdings noch nicht in Amt und Würden. Solange sie "das 2. Vatikanische Konzil nicht anerkennen, wird es keine Versöhnung geben".
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