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MI | 11.04.2012
Chris Lohner (Bild: ORF)
leute
Chris Lohner: Seit 30 Jahren ÖBB-Stimme
Sie ist seit 30 Jahren angesagt beziehungsweise sagt an: Chris Lohner informiert ÖBB-Kunden in ganz Österreich mit ihren Durchsagen. Zum Jubiläum moderierte sie am Donnerstag am Praterstern "ihren" Zug an.
Für sie selbst ist es immer noch ungewohnt, wenn sie sich am Bahnsteig hört
"Ich erschrecke mich meistens"
Chris Lohner kam am Donnerstag zur Taufe der Schnellbahngarnitur, die ihren Namen trägt. Ausnahmsweise gab es die Ansage live, die normalerweise vom Band kommt.

Seit drei Jahrzehnten begleitet Chis Lohner die Fahrgäste mit ihrer Stimme. Wer sich eine Stunde am Westbahnhof aufhält, kann bis zu 45 Minuten lang Chris Lohner hören.

"Wenn ich am Westbahnhof bin und meine Stimme höre, erschrecke ich eigentlich meistens", gesteht sie, "weil ich ja mit meinen Gedanken meistens ganz woanders bin. Ich verstecke mich dann meistens auch gleich hinter einer Säule."
"Wien heute"-Video:

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"Chris Lohner" in Rot auf Schiene
Die Schnellbahngarnitur namens "Chris Lohner" soll in Wien regelmäßig unterwegs sein. Die Flotte der neuen Nahverkehrszüge ist damit komplett. Im Raum Wien sind jetzt 56 neue rote Ganituren unterwegs.
Chris Lohner (Bild: ORF)
Seit kurzem muss Lohner die Züge mehrsprachig ansagen.
Erste Aufnahmen im Gewölbekeller
Die Stimme blieb über drei Jahrzehnte die selbe, nicht aber die Technik: Es begann in einem Gewölbekeller in der Laxenburger Straße, dem Studio der damaligen Fernmeldestreckenleitung der ÖBB. Aufgenommen wurden die Ansagen damals auf Bänder.

Bei einer Österreichrundfahrt wurden dann alle Audiodateien an die Rechenzentren von Spittal a. Millstättersee über Mallnitz bis nach St. Pölten und Wien verteilt. Heute verfügen die ÖBB Österreichweit über mehr als 200 Recheneinheiten ausschließlich für die Ansagen.

Längst vorbei sind also die Zeiten, in denen die Zugbegleiter mit Kassettenrekorder ausgestattet ihren Dienst antraten und das Gerät an die Lautsprecheranlage im Zug angeschlossen werden musste.
"Jeder Satz muss frisch klingen"
"Ich hatte keine Ahnung, dass es 30 Jahre werden", so Lohner heute. Die ÖBB seien aber die erste Bahn in Europa mit dieser Art der Corporate Identity gewesen: eine Stimme für alles. "Dadurch wurde sogar die BBC auf uns aufmerksam und drehte in unserem Studio. Es war also eine Sensation."

Regelmäßig wird wegen des Fahrplanwechsels neu aufgenommen: Immer von September bis Dezember, im November laufen die Aufnahmen fast jeden Tag: "Länger als zwei Stunden kann ich aber eigentlich nicht aufnehmen, weil jeder Satz ganz frisch klingen muss." Hinzukommt, dass die ausländischen Städtenamen oft teuflisch schwierig auszusprechen sind: "Da ist sehr viel Konzentration notwendig."
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