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MI | 11.04.2012
Visualisierung Graben
Chronik
Kärntner Straße: Eine lange Geschichte
Im Mittelalter nutzte und kannte man sie unter dem Namen "Strata Carinthianorum": Die Geschichte der Kärntner Straße und des angrenzenden Grabens ist lang - ebenso wie der immer noch andauernde Streit um deren Umgestaltung.
Stenzel und Schicker stoßen auf immer neue Differenzen.
Schwierigkeiten bei Konsensfindung
Anfang 2007 hatte die Stadt eine Sanierung noch vor der Fußball-EM 2008 angekündigt. Die Umsetzung des Planes scheiterte zunächst am Finanzierungsschlüssel von 80:20 von Stadt zu Bezirk, den Bezirksvorsitzende Ursula Stenzel(ÖVP) als nicht finanzierbar erachtete.

Der Beginn der Umbauarbeiten wurde verschoben, allerdings war es nicht möglich, den eigentlichen Disput aufzulösen. Nach langem Gezänk wurde im Oktober 2008 vom Gemeinderat Rudolf Schicker (SPÖ) beauftragt, die Sanierung auch gegen den Willen der Bezirksvorstehung einzuleiten.

Analog wurde der Verteilungsschlüssel der Kostentragung von 80:20 auf 90:10 verlagert. Stenzel konnte sich bei entsprechender Ratenzahlung mit den 1,8 Millionen Euro, die vom 18 Millionen Euro umfassenden Projekt auf den Bezirk entfallen, arrangieren.
Lampendesign sorgt für Diskussionen.
Im Dunklen tappen
Weitere Differenzen folgten, als im November 2007 die Pläne des Architekten Clemens Kirsch präsentiert wurden, der sich im Wettbewerb hatte durchsetzten können.

Im August des Folgejahres stand dann das Gezänk um das Design der neuen Leuchten am Programm. Schicker favorisierte die von Architekt Kirsch vorgeschlagene moderne Variante, während Stenzel die aktuellen Maiglöckchen-Leuchten behalten, oder unauffällige Hängelampen installieren wollte.

Eine Einigung gibt es in dieser Frage auch nach dem Beginn der Bauarbeiten nicht, obwohl diese bis Mitte November abgeschlossen sein sollen.
Visualisierung zur Umgestaltung der Kaerntner Straße/Graben (Bild: APA/Martin Gleiss/ZOOM visual project gmbh)
Kärntner Straße (Bild: ORF) Wichtige Verbindung
Selbst wenn sich die Hakelei um die wohl bekanntesten Straßenzüge der Wiener Innenstadt schon etwas dehnt, ist sie in Anbetracht der Geschichte der City-Straßen noch von kurzer Dauer. Die im Mittelalter als "Strata Carinthianorum" erstmals 1257 erwähnte Kärntner Straße bestand bereits zur Zeit der Römer.

Sie verband das Stadtzentrum mit dem Kärntner Tor der Stadtmauer. Ihre Verlängerung stellte damals eine wichtige Verbindung zu Hafenstädten wie Triest und Venedig dar.

Für die heutige Aufmachung prägender war allerdings die Gründerzeit im 19. Jahrhundert, wobei im Zweiten Weltkrieg vieles zerstört wurde. Heute stehen nur noch drei der noblen Häuser, die die Straße ursprünglich säumten.
Graben Vom Wassergraben zur Flaniermeile
Das Aussehen des angrenzenden Grabens ist historischer. Sein Name geht auf das 12. Jahrhundert zurück, als an dieser Stelle ein Wassergraben verlief, der später aufgeschüttet wurde.

Bis ins 18. Jahrhundert wurde der Graben dann vor allem als Marktplatz genutzt. Der Aufschwung des Grabens setzte sich im 19. Jahrhundert fort, als sich zunehmend edle Geschäfte ansiedelten.

Im darauffolgenden Jahrhundert verkamen Graben wie Kärntnerstraße mit der Zunahme des Autoverkehrs zur Verkehrsader. Erst als Die U-Bahn unter der Prachtmeile gebaut wurde und das Areal 1974 zur Fußgängerzone erklärt wurde etablierte sich die Gegend wieder als Pracht- und Flaniermeile.
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