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MI | 11.04.2012
Palais Liechtenstein (Bild: APA/Hans Klaus Techt)
KULTUR
Stadtpalais Liechtenstein als Prunkmuseum
Große Pläne hegt der Direktor des Liechtenstein Museums, Johann Kräftner, mit dem Stadtpalais Liechtenstein. Das Gebäude wird renoviert und soll zu einem "wahren Museum des Biedermeier" werden.
Innenräume im Palais Liechtenstein (Bild: APA/Hans Klaus Techt) Viel Platz für fürstliche Prunkstücke
Auf 80 Millionen Euro sind die Umbaukosten veranschlagt. Das Geld kommt zur Gänze vom Fürstenhaus Liechtenstein. Dafür soll auf 1.200 Quadratmetern Platz für die verschiedenen kunsthistorischen Schichten vom Barock aufwärts geschaffen werden.

In so genannten "Period Rooms" sollen wichtige Stücke der Fürstlichen Sammlungen ausgestellt werden und ein "wahres Museum des Wiener Biedermeier" entstehen.

Zusätzlich sollen Räume für Veranstaltungen und Kammerkonzerte genutzt werden und die Wiener Niederlassung des Liechtenstein'schen Bankhauses LGT ihre Räumlichkeiten beziehen.
Das Stadtpalais überstand einen Bombentreffer und einen Flugzeugabsturz.
Eröffnung am 1. Dezember 2011
Graf Kaunitz erwarb das heutige Stadtpalais Liechtenstein im Jahr 1694 als Rohbau. Immer wieder umgebaut überstand das zwischen Minoritenplatz, Burgtheater und Volksgarten gelegene Haus in der Bankgasse im Zweiten Weltkrieg einen Bombentreffer und einen Flugzeugabsturz.

Mit dem 1. Dezember 2011 steht der Eröffnungstermin bereits fest. Bauarbeiter, Restaurateure und Stuckateure sind gehörig unter Druck, um die ehrgeizigen Pläne rechtzeitig zu realisieren.
Grabungsarbeiten im Innenhof (Bild: APA/Hans Klaus Techt)
Barocke Grundstruktur "im Mischzustand"
"Wir graben im Hof 17 Meter in die Tiefe, um einen dreigeschossigen Tiefspeicher unterzubringen", schildert Kräftner eine der größeren Arbeiten außerhalb des Hauses.

Innerhalb gebe es "laufend Überraschungen". Die von Domenico Martinelli geschaffene barocke Grundstruktur, die mit Arbeiten des Stuckateurs Santino Bussi und des Bildhauers Giovanni Giuliani unter anderem die bedeutendste barocke Prunkstiege Wiens aufweise, sei immer wieder durch Umbauten überlagert worden. Das Palais sei in einem "totalen Mischzustand".
Stadtpalais Liechtenstein (Bild: APA/Hans Klaus Techt)
Im 19. Jahrhundert wurden Warmluftheizungen und Aufzugsanlagen eingebaut.
Kräftner: "Patina erhalten"
Mit der Renovierung soll "alles, was an Patina erhalten ist", bewahrt werden, so Kräftner: "Wir wollen keine geschleckte Renovierung, wo nachher alles wie neu ausschaut."

Die Mitte des 19. Jahrhunderts erfolgten letzten großen Umbauten brachten prachtvolle Parkettböden von Michael Thonet und technische Raffinessen wie Warmluftheizungen und Aufzugsanlagen in das Palais. Deren Funktionsweisen müssen mühsam rekonstruiert werden.
Viel Platz für Prunkstücke
Einmal fertiggestellt sollen auf 1.200 Quadratmetern in den Räumen des Palais wertvolle Möbel und kostbare Einzelstücke der Porzellansammlung sowie Prunkstücke der Biedermeier-Sammlung gezeigt werden.

Gerade hier wurden in den vergangenen Jahren mit Spitzenwerken von Josef Danhauser, Ferdinand Georg Waldmüller und Friedrich von Amerling bedeutende Neuerwerbungen getätigt. "Und ich hoffe, es wird bis zur Eröffnung noch einiges Weitere dazukommen", so Kräftner.
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