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MI | 11.04.2012
Grete Laska (Bild: APA/Georg Hochmuth)
POLITIK
Laska: "Vollzeitgroßmutter" statt Stadträtin
Vizebürgermeisterin und Stadträtin Grete Laska (SPÖ) ist am Montag zurückgetreten. Sie will nun "Vollzeitgroßmutter" sein. Ihr Nachfolger wird der Wiener SPÖ-Klubobmann Christian Oxonitsch.
Laska zeigte sich beim Abschied gerührt.
Laska: "Es war ein wunderbares Ressort"
Sie habe ihre 15-jährige Amtszeit als Stadträtin sehr geschätzt, die Fortschritte im Bildungsbereich, insbesondere im Kindergarten, würden sie "mit Stolz erfüllen", sagte Laska am Montag.

Laskas Beweggründe, die Politik zu verlassen, seien rein "privater Natur". In Zukunft wolle sie für ihre Familie, vor allem für ihre Enkelkinder, da sein und damit etwas zurückgeben, von dem sie selbst profitiert habe.

Neben dem Gratiskindergarten, der beim heurigen Rust-Treffen der Wiener SPÖ beschlossen wurde, zählte Laska auch die Euro im Vorjahr zu ihren persönlichen Höhepunkten. "Es war ein wunderbares Ressort."
Häupl: "Keine Auswirkungen auf Wahltermin"
Ein "wehmütiger" Bürgermeister Michael Häupl (SPÖ) betonte, dass er die Beweggründe Laskas akzeptiere, und bedankte sich für die langjährige Mitarbeit in der Wiener Stadtregierung. Spekulationen über einen politischen Hintergrund für Laskas Rücktritt wies er zurück: "Ich bin es ein bisschen leid, dass man persönliche Entscheidungen nicht zur Kenntnis nehmen will."

Laska habe jedes Recht, sich so zu entscheiden. Die heutigen Personalentscheidungen hätten keinerlei Auswirkungen auf den Termin der Wien-Wahl im Herbst 2010, so Häupl.
Seit 25 Jahren im Gemeinderat
Laska begann ihre politische Tätigkeit im Jahr 1974 im Zentralverein der Wiener Lehrerschaft und als Bundesjunglehrervertreterin. Sie ist seit 1984 Mitglied des Wiener Landtages und Gemeinderates.

Seit 1994 ist sie als Vizebürgermeisterin und amtsführende Stadträtin für Bildung, Jugend, Familie, Soziales, Frauenfragen und Sport, seit 1996 für Bildung, Jugend, Soziales, Information und Sport, seit 2004 für Bildung, Jugend, Information und Sport zuständig.
Amtsübergabe am Donnerstag
Ihr Amt als Stadträtin übergibt sie am Donnerstag an SPÖ-Klubobmann Christian Oxonitsch. Laskas Nachfolger als zweiter Vizebürgermeister wird Wohnbaustadtrat Michael Ludwig (SPÖ).

Mit Laska geht ein politisches Wiener Urgestein. Sie war seit 35 Jahren in der Politik und seit 15 Jahren Wiener Vizebürgermeisterin.
Unter Beschuss wegen des Riesenradplatzes
Laska war im Vorjahr im Zuge der Neugestaltung des Riesenradplatzes unter Beschuss geraten. Ein Bericht des Kontrollamts hatte die fehlende Ausschreibung und die Vergabe an den Subunternehmer Explore 5D ohne Baumeisterbefugnis kritisiert.

"Die alleinige politische Verantwortung für dieses finanz- und städtebauliche Debakel der Stadt Wien trägt die Stadträtin für Bildung, Jugend, Information und Sport, Grete Laska", hieß es in einem - später abgelehnten - Misstrauensantrag der Wiener Oppositionsparteien.
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