Wien ORF.at
MI | 11.04.2012
Schubhaft (Bild: ORF.at/Patrick Wally)
JUSTIZ
Kinder in Schubhaft: Caritas empört
Empört hat der Wiener Caritas-Direktor Michael Landau auf die Verhängung der Schubhaft über eine afghanische Familie reagiert. Kinder hätten im Gefängnis nichts verloren. Mittlerweile wurde die Familie aus der Schubhaft entlassen.
Landau: "Eine Sauerei"
"Kinder einzusperren, gerade zu Ostern, halte ich für eine 'Sauerei'", zeigte sich Landau empört. Kinder würden nicht in ein Gefängnis gehören.

Landau wandte sich via "Kathpress" direkt an Innenministerin Maria Fekter (ÖVP): "Als Mutter sollte die Innenministerin ein Gefühl dafür haben, dass Kinder im Gefängnis nichts verloren haben."

Er appellierte an Fekter, auf die Durchsetzung von Kinderrechten in Österreich zu achten. Die Kinderrechtskonvention sollte auch für die Innenministerin mehr als ein bloßes Stück Papier sein.
Mittlerweile aus Schubhaft entlassen
Die afghanische Familie hatte in Griechenland erstmals EU-Boden betreten. Gemäß der Dublin-Verordnung soll die Familie nun nach Griechenland abgeschoben werden.

Weil aber das Asylsystem in Griechenland laut UNO "nicht funktioniert", schieben einige Länder keine Flüchtlinge, zumindest aber keine Kinder mehr in dieses Land ab. Österreich will aber die Familie dennoch abschieben.

Freitagnachmittag wurden allerdings der Vater und die Kinder aus der Schubhaft entlassen und in einem anderen Quartier untergebracht.
Ganz Österreich
Wien News

 
TV-Programm TV-Thek Radio Österreich Wetter Sport IPTV News