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MI | 11.04.2012
Demo Omofuma-Jahrestag (Bild: ORF)
Chronik
Demozug zu Jahrestag von Omofuma-Tod
Ein Demozug mit Musikbeschallung hat am Freitag in Wien des zehnten Todestages des Schubhäftlings Marcus Omofuma gemahnt. Omofuma war am 1. Mai 1999 bei seiner Abschiebung nach Sofia im Flugzeug erstickt.
Unmut über Polizeiübergriffe gezeigt
Rund 1.500 Teilnehmer waren laut Polizei bei der Demo dabei. In den Ansprachen machten die Veranstalter der Gedenkkundgebung vor dem Museumsquartier lautstark ihrem Unmut über zahlreiche Polizeiübergriffe in der Vergangenheit Luft.

Dass die Fremdenpolizisten, die Omofuma mit Klebeband fixiert hatten, drei Jahre nach dessen Tod wegen fahrlässiger Tötung verurteilt wurden, rief am Freitag bei zahlreichen Demoteilnehmern immer noch Protest hervor: "Mord verjährt nicht", war dazu auf den Bannern zu lesen.
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Gedenken Marcus Omofuma (Bild: APA/Neubauer) Kundgebung vor Innenministerium
Schon vor der großen Demo veranstalteten die Grünen vor dem Innenministerium in der Herrengasse eine Kundgebung. Sie stellten Flugzeugsessel auf und platzierten Aktivisten mit zugeklebtem Mund vor dem Ministeriums.
Omofuma bei Abschiebung gefesselt und geknebelt.
Zwei Beamte noch im Dienst
Vor zehn Jahren, am 1. Mai 1999, ist der 25-jährige Nigerianer Marcus Omofuma bei seiner Abschiebung im Flugzeug nach Sofia gestorben.

Die drei begleitenden Fremdenpolizisten hatten Omofuma laut Zeugen in der Maschine gefesselt und geknebelt, dann starb Omofuma. Nach einem langen Gutachterstreit wurden sie zu je acht Monaten bedingt verurteilt.

Zwei der drei Beamten befinden sich nach wie vor im Dienst, haben aber laut Bundespolizeidirektion nichts mehr mit Abschiebungen zu tun. Der Dritte ist im Ruhestand.
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