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MI | 11.04.2012
Auschwitz Gedenktafel (Bild: dpa/Martin Schutt)
POLITIK
Schülerfahrt nach Auschwitz endet mit Eklat
Bei einer Schülerfahrt nach Auschwitz haben Schüler eines Gymnasiums antisemitische Äußerungen getätigt. Sie wurden daraufhin laut einem "Falter"-Bericht nach Hause geschickt. Ein Schulausschluss der Lehrer und Schüler ist möglich.
Vorzeitig nach Hause geschickt
Ende April nahmen Schüler des Wiener Gymnasiums Albertgasse an einer Reise nach Auschwitz teil. Laut dem Veranstalter der Reise, dem Gedenkverein MORAH, sind die Provokationen so weit gegangen, dass bei einem gemeinsamen Besuch einer Gaskammer mit Holocaust-Opfern und deren Nachkommen judenverhöhnende Witze gemacht wurden.

Die Schüler sollen beispielsweise laut der Tageszeitung "Der Standard" gesagt haben: "Es muss einen Grund geben, warum alle die Juden umbringen wollten" und "die Juden gehören ganz einfach vergast".

Da die Begleitlehrer die Situation nicht ausreichend beruhigen konnten, wurden die Schüler von der Reise heimgeschickt.
440 Schüler bei Reise dabei
Der Verein March of Remembrance and Hope (MORAH) veranstaltet Reisen in das ehemalige Vernichtungslager Auschwitz. 440 Schüler zwischen 15 und 17 Jahren aus verschiedenen Schulen waren bei dem Vorfall anwesend.
Schüler und Lehrer werden befragt.
Über Konsequenzen wird beraten
Der Fall beschäftigt jetzt den Stadtschulrat. Derzeit werden Schüler und Lehrer befragt, ein Ergebnis mit eventuellen Konsequenzen für die Beteiligten soll spätestens am Montag vorliegen.

Derzeit werde der mögliche Ausschluss einzelner Schüler geprüft, hieß es. Auch dienstrechtliche Disziplinarmaßnahmen gegen die
mitgereisten Lehrer behalte sich die Schulbehörde vor.

Der Direktor des Gymnasiums, Helmuth Hickel, sagte gegenüber dem "Standard", dass die Darstellung des Gedenkvereins "nicht haltbar" sei. Gegenüber ORF Wien wollte er keine Stellungnahme mehr abgeben.
Erste Vorfall dieser Art
Olivia Pixner-Dirnberger von MORAH möchte aufgrund dieses Vorfalles aufzeigen, dass Antisemitismus kein Thema von Randgruppen ist. Es sei ein sehr aktuelles Problem.

Der Verein betonte aber auch, dass die allermeisten Schüler und Lehrer auch bei dieser Reise "höchst sensibel" gewesen seien. Der Vorfall sei der erste dieser Art gewesen.
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