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MI | 11.04.2012
Ariel Muzicant (Bild: APA/Georg Hochmuth)
POLITIK
Muzicant: Bedingungen für Treffen mit Graf
IKG-Präsident Ariel Muzicant ist zu einem Gespräch mit dem Dritten Nationalratspräsidenten Martin Graf (FPÖ) bereit. Allerdings stellt Muzicant dafür Forderungen auf und bekräftigt seine Kritik an den Freiheitlichen.
Muzicant stellte mehrere Forderungen.
Graf soll aus Olympia austreten
Er sei dazu nur bereit, "um tatsächlich etwas zu ändern", heißt es in einem Brief an Graf. Der Präsident der Israelitischen Kultusgemeinde (IKG), Muzicant, fordert, dass Graf seine Mitgliedschaft bei der vom Dokumentationsarchiv des Österreichischen Widerstands (DÖW) als rechtsextrem eingestuften Burschenschaft Olympia beendet.

Außerdem sollen "Holocaust-Leugner und Holocaust-Revisionisten wie David Irving, Moshe Arie Friedman und Walter Marinovic von FPÖ-Mandataren und –Funktionären nicht mehr eingeladen werden".

Zudem sollen Graf und FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache ihre "wiederholten Anträge auf Aufhebung des Verbotsgesetzes" zurückziehen und richtig stellen, dass Israel keine Absichten habe, der EU beizutreten.
Muzicant will Kritik einstellen
Sollten seine Forderungen erfüllt werden, schreibt Muzicant weiter, wolle er seine Homepage "Kellernazisinderfpoe.at" und seine Kritik einstellen.

Zugleich wiederholte Muzicant aber auch seine Vorwürfe an die FPÖ und bezeichnete unter anderem den FPÖ-Wahlslogan "Abendland in Christenhand" als "Hetze übelster Art".
Martin Graf (Bild: APA/Roland Schlager) Graf lud zu "Versöhnungsdialog"
Graf hatte vor wenigen Tagen seinerseits ein Gesprächsangebot an Muzicant gemacht und ihn zu einem "Versöhnungsdialog auf neutralem Boden" eingeladen.

Er sei zuversichtlich, dass die wechselseitigen Vorwürfe im Rahmen eines Gespräches "relativiert, entschärft und bedauert werden können", so Graf in einer Aussendung am 29. Mai.
"Ziehvater des Linksterrorismus"
Hintergrund des Streits ist ein Kommentar in der FPÖ-Postille "Neue Freie Zeitung", in dem Graf unter anderem suggerierte, Muzicant könnte "Ziehvater des Linksterrorismus" sein: Viele Bürger fragten sich, "ob er nicht als Ziehvater des antifaschistischen Linksterrorismus bezeichnet werden sollte".
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