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MI | 11.04.2012
Kaputte Schutzhülle
CHRONIK
Albertina: Hunderte Schutzhüllen durchnässt
Anders als angekündigt ist die Evakuierung der Albertina verlaufen. Die Kunstwerke wurden aus dem schadhaften Depot entfernt, bleiben aber vorerst in nicht genutzten Ausstellungsräumen im Haus. Hunderte Schutzhüllen sind durchnässt.
Hunderte Schutzverpackungen durchnässt.
Kunstwerke nur räumlich verlagert
Rund 40 Stunden benötigten die Mitarbeiter der Albertina, um das Depot zu leeren. Die Kunstwerke seien in nicht genutzte Ausstellungsräume der Albertina gebracht worden. Dort sollen die 950.000 Werke unter anderem von Dürer, Rembrandt und Schiele noch bis Mitte August bleiben.

Schröder schilderte, dass das Meldesystem für Feuchtigkeit im Depot funktioniert habe und die Sicherheitszentrale verständigt habe. Bereits vier Minuten nach Meldung hätten die Mitarbeiter der Albertina erste Sicherungsmaßnahmen durchgeführt. Dennoch seien Hunderte Schutzverpackungen der Kunstwerke teilweise oder zur Gänze durchnässt worden.
Durchnässter Karton aus Albertina-Speicher (Bild: APA/Robert Jäger)
Projektteam mit Suche nach Ersatzdepot beauftragt.
Auf das Schlimmste gefasst gemacht
Wichtig sei, dass die Kunstwerke in Sicherheit sind, so Schröder weiter. Die Nässe sei, "soweit wir bisher erkennen können, in keinem einzigen Fall zum Kunstwerk selbst durchgedrungen. Es gibt bisher keine einzige Schadensfeststellung an einem Kunstwerk", so Schröder am Donnerstag.

Die Albertina habe sich von Beginn an auf das Schlimmste gefasst gemacht, was eine langfristige Auslagerung aller Kunstwerke bedeutet hätte. Ein Projektteam sei damit beauftragt worden, ein entsprechendes Depot außerhalb der Albertina zu adaptieren und gemäß den notwendigen Sicherheitsbestimmungen und Klimawerten einzurichten.
Ursache noch unklar
Ein Team von Experten der Brughauptmannschaft untersucht gemeinsam mit Technikern und Architekten, was die Ursache für den Wasseintritt gewesen sein könnte.

In Frage kommen ein fehlerhaftes Entwässerungssystem ebenso wie eine undichte Stelle in der Decke des Tiefenspeichers.
Klaus Albrecht Schröder mit durchnässter Kassette aus stabilem Leichtkarton (Bild: OTS/Peter Ertl) Probleme mit Roboter im Speicher
Durch das eindringende Wasser sind auch Probleme mit dem Roboter des Tiefspeichers aufgetaucht: "Das ist sicher eine der wichtigen Aufgaben, dass wir hier eine Schwachstelle erkannt haben, die Abhängigkeit von einem Roboter, einem Computer und der Stromversorgung", so Schröder.

Jetzt wird über eine Verbesserung des Systems und eine andere Lagerung der Kunstwerke nachgedacht. Sobald die Ursache des Wassereinbruchs geklärt und beseitigt ist, soll die wertvolle Sammlung wieder an ihren Platz im Depot zurückgebracht werden, so Schröder. Das dürfte voraussichtlich Mitte oder Ende August der Fall sein.

In einem zweiten Schritt wird ein externes Depot eingerichtet. Ob es genutzt wird, ist noch nicht klar.
Ursachen für Wassereinbruch werden gesucht.
Museumsbetrieb geht weiter
Derzeit suchen Albertina, Burghauptmannschaft sowie die planenden Architekten, Techniker und Generalunternehmer, die das Depot errichtet und ausgestattet haben, nach den Ursachen für den Wassereinbruch.

Der Museumsbetrieb in der Albertina ist durch die Räumung der Depots nicht betroffen. Entgegen den Aussagen von Mittwoch ist der Besuch des Museums in der Albertina weiter ohne Einschränkungen möglich. Gezeigt werden die Ausstellungen "Meisterwerke der Moderne aus der Albertina" und "Zeitgenössische Fotografie aus der Albertina".
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