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MI | 11.04.2012
Eingang zum Nestroyhof (Bild: APA/Roland Schlager)
KULTUR
Nicht bloß Theater im Nestroyhof
Mit einem interdisziplinären Konzept und Förderungen der Stadt Wien nimmt das "Theater Nestroyhof Hamakom" nach Jahren provisorischen Betriebs ab Herbst seinen regelmäßigen Betrieb auf.
Bis zum Herbst muss noch saniert werden.
Baukostenzuschuss für Sanierung
"Wien bekommt kein neues Theater", sagte Frederic Leon, der mit Amira Bibawy den Nestroyhof leitet. Vielmehr sollen ab Herbst neben Theaterproduktionen auch Lesungen, Ausstellungen und Filmvorführungen stattfinden.

Vorerst muss allerdings die Sanierung noch abgeschlossen werden. Dafür gibt es von der Stadt 400.000 Euro Baukostenzuschuss von der Stadt. Unter anderem wird damit der Theatersaal mit Glasdecke in seinen ursprünglichen Zustand versetzt.
Theatersaal im Nestroyhof (Bild: APA/Roland Schlager)
Theaterstücke sind in Vorbereitung.
Israelische Satire und Brecht-Lyrikrevue
Das klassische Theaterprogramm startet im Oktober. Eigen-, Gast- und Koproduktionen sind angekündigt, fixiert ist bereits das Stück "Small Talk oder Rückkehr nach Haifa" des israelischen Satirikers Ilan Hatsor.

In Vorbereitung ist Werner Koflers Stück "Tanzcafe Treblinka", für das der Nestroyhof Kammerschauspielerin Erni Mangold gewinnen konnte. Für die zweite Saison ist eine Lyrikrevue nach Bert Brecht unter dem Titel "Berties Nightclub" geplant.

Die Stadt Wien fördert den Spielbetrieb für die nächsten vier Jahre mit jährlich 295.000 Euro. Das Konzept von Leon und Bibawy hätte sowohl die Wiener Theaterjury als auch den Hauseigentümer überzeugt, so Kulturstadtrat Andreas Mailath-Pokorny (SPÖ).
Der Nestroyhof
Als Teil eines von Oskar Marmorek erbauten Jugendstilhauses 1898 als "Etablissement Nestroy-Säle" eröffnet, bot der Bühnenort bis zu seiner Arisierung Anfang der 1940er Jahre unter anderem der "Trianon"-Theatergruppe von Karl Kraus Raum.

Ab dem Zweiten Weltkrieg bezogen Supermarktketten die Räume, bis ab 2004 mittels unregelmäßiger Projekte an der Reaktivierung der Kulturstätte gearbeitet wurde. 2008 wurde die Hamakon Theater- und Veranstaltungs GmbH gegründet, welche die strukturellen Grundlagen zur Wiederbelebung bildete.
Nicht nur Theater soll gespielt werden.
Ausstellungen und Kulturfestival
Neben den Theaterproduktionen kündigte Bibawy unter anderem noch eine Wanderausstellung zur Wehrmachtsjustiz ("Was damals recht war") und das Festival "El Hakawaty" an, bei dem Film, Musik und Literatur geboten werden.

Jüdische Stummfilme ("Jewish Comedians") und Emigrationslyrik von Vera Borek ("In welcher Sprache träumen Sie?") sollen ebenfalls stattfinden.
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