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MI | 11.04.2012
Baumpaten im Augartenspitz (Bild: ORF)
CHRONIK
"Baumpaten" schützen Augartenspitz
Der Protest gegen den geplanten Bau des Sängerknaben-Konzertsaals im Augartenspitz hält an. Prominente Unterstützer haben heute "Baumpatenschaften" übernommen. Andere halten das Gebiet seit Montag besetzt.
Bürgerinitiative will Vorbereitungen für Bau verhindern.
Besetzung und Baumpaten
Ein kleines Zeltlager auf dem Baugelände, Infostände, Kinderspielplatz und Maschen an diversen Bäumen: Fast idyllisch ist das Bild, das sich im Augartenspitz bietet. Doch Sinn und Zweck der Idylle ist einfach nur, Probebohrungen für den Konzertsaal der Sängerknaben zu verhindern.

Um zu vermeiden, dass Bäume und Sträucher bei den bauvorbereitenden Maßnahmen beschädigt werden, seien prominente "Baumpaten" gesucht worden, so Raja Schwahn-Reichmann vom "Josefinischen Erlustigungskomitee".
Prominente nehmen die Stadt in die Pflicht.
Paten wollen öffentlichen Raum schützen
Der Schriftsteller Robert Menasse nahm eine Robinie unter seine Fittiche. Er meinte, die öffentliche Hand habe die öffentlichen Räume zu schützen, nicht zu verschenken: "Ich habe keine Lust dazu, dass ich mich in diesem Land, in dieser Stadt auf nichts mehr verlassen kann."

Auch der Schriftsteller Doron Rabinovici, Pate eines Feldahorns, kritisierte die Stadt: Der Augartenspitz sei ein "magischer Ort". Davon lebe der urbane Raum, weshalb sich die Stadt eigentlich aufseiten der Protestierenden finden müsste.

Den Protest gegen den Bau unterstützen unter anderen noch Viennale-Direktor Hans Hurch, Pate eines Götterbaums, und Musiker Otto Lechner, der sich eines Holunderbusches annahm.
"Wien heute"-Video

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Schicker: Stadt nicht zuständig
Von politischer Seite kommt Kritik an dem Projekt von den Wiener Grünen. Planungssprecherin Sabine Gretner sprach von "Mauscheleien" bei der Genehmigung des Projekts: "Da sind wahrscheinlich (Bürgermeister Michael, Anm.) Häupl und (Sängerknaben-Präsident Walter, Anm.) Nettig zusammengesessen und haben sich das ausgemacht."

Wiens Planungsstadtrat Rudolf Schicker (SPÖ) wiederholte am Dienstag, er sei als Vertreter der Stadt nicht für das Projekt im Augarten zuständig. Das sei Sache der Bundesgärten und der Burghauptmannschaft.
Visualisierung Konzertsaal Sängerknaben (Bild: APA/ARchipel wien)
Jahrelange Planung und Proteste
Die Wiener Sängerknaben wollen auf dem Areal den langgehegten Plan eines Konzertsaals umsetzen. Seit Jahren gibt es dagegen Proteste. Nach dem Einlenken des Bundesdenkmalamts soll ab Herbst gebaut werden. 2011 soll der Konzertsaal eröffnet werden.

Die Baubewilligung für das Projekt ist bereits erteilt, wurde aber beeinsprucht. Die Bauoberbehörde soll bis spätestens September entscheiden.
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