Wien ORF.at
MI | 11.04.2012
Tourismus (Bild: APA)
WETTER
Fremdenführer tricksen die Hitze aus
Bei Temperaturen um die 34 Grad, wie sie dieser Tage in Wien herrschen, sind Touristenführungen in Wien besonders schweißtreibend. Doch die Fremdenführer haben Tricks, um die Hitze zu umgehen.
Heiße Plätze werden gemieden, kühler Schatten wird gesucht.
Rasensprenger und schattige Kirchen
"Man muss natürlich schauen, dass man von Schattenplatz zu Schattenplatz kommt", verrät Walter Juraschek sein Rezept gegen die Hitze. Ratsam sei es beim Kohlmarkt kurz anzuhalten, den Michaeler- oder den Heldenplatz sollte man meiden: "Um 15.00 Uhr findet man dort kein schattiges Plätzchen."

Keine Scheu vor Wasser müssen Touristen haben, die mit Karin Zimmermann unterwegs sind: "Bei Führungen in Parks geht man einfach kurz durch den Rasensprenger."

Bei allen Fremdenführern steht an heißen Tagen die Religion hoch im Kurs. Bei brütender Hitze steigt das Interesse an den kühlen Innenräumen der Kirchen sprunghaft: "Das ist wunderbar zum Abkühlen, da kann man sich auch hinsetzen", so Walter Juraschek.
Zehn Grad im Keller bieten angenehme Erfrischung.
Unterirdische Führungen als heißer Tipp
Überhaupt sind Führungen durch Keller und Kirchen an Tagen wie diesen sehr gefragt. "Das unbekannte unterirdische Wien" ist ein Beispiel dafür, "da reißen sich die Fremdenführer drum", so Zimmermann. Der Grund sind angenehme zehn Grad in den Gewölben.

Auch sonst wissen die Fremdenführer mit den ihnen anvertrauten Touristen die örtlichen Gegebenheiten zu nutzen. Eine Ringelspielfahrt im Prater sorgt für willkommene Abkühlung, ebenso der Besuch einer klimatisierten Sehenswürdigkeit, wie zum Beispiel eines Kaffeehauses.

Fast immer liegt in Wien eine Straßenseite im Schatten, im Belvedere beispielsweise schirmen zwei Baumalleen die Sonne ab. Innenhöfe und Balkone sind ebenfalls willkommene Schattenspender.
Manche bringen Sonnenschutz mit.
Asiaten kommen mit Kapperl und Schirm
Bestens vorbereitet auf die Hitze sind vor allem asiatische Besucher, die mit Kapperl und Schirm zu den Touren kommen, erzählen die Führer weiter. Hochmotiviert sind sie alle, einmal gebucht wird kaum eine Führung nicht wahrgenommen, egal, wie das das Wetter ist.

Allerdings sei es auch schon vorgekommen, dass eine Führung wegen der Hitze abgesagt worden ist, so Juraschek. In Schönbrunn, wo die Fenster des Schlosses wegen des Staubs durch die Kiesel nicht geöffnet werden dürfen, stehen sogar Rollstühle bereit, um Besucher, denen schlecht geworden ist, hinauszufahren.
"Immer ein leichtes Lüfterl"
Allerdings ist die Situation für Touristen in Wien prinzipiell nicht so schlecht. "In Wien ist die Hitze eigentlich gar nicht so schlimm", so Fremdenführerin Hedwig Abraham: "Es gibt 200 Tage im Jahr eine leichte Brise, die vom Wienerwald kommt. Es weht immer ein leichtes Lüfterl."
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