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MI | 11.04.2012
Ausgebrannter ULF (Bild: ORF)
CHRONIK
Nach Brand werden alle ULFs nachgerüstet
Eine in Brand geratene Schallschutzmatte dürfte das Feuer in einer ULF-Straßenbahngarnitur ausgelöst haben. Nun werden 196 Garnituren nachgerüstet. Für die neuen Garnituren gibt es einen Lieferstopp.
ULF-Garnitur brannte komplett aus.
Warten auf weitere Gutachten
Der Heckbereich der ULF-Garnitur war beim Eintreffen der Feuerwehr am Sonntag bereits in Vollbrand: Die Schallschutzmatte, die sich gemeinsam mit der Räderaufhängung, hydraulischen Systemen und anderen technischen Einrichtungen unter der grauen Abdeckung am Ende des Wagens befindet, hatte Feuer gefangen.

Das sei womöglich durch einen Fremdkörper, etwa eine Zigarette von außen, geschehen, der vom Fahrzeug von unten angesaugt worden sein dürfte. Man wolle den Gutachtern aber nicht vorgreifen, hieß es.

Mitte August werden zwei weitere Gutachten zur Brandursache erwartet. Falls diese die Einschätzung der hauseigenen Techniker teilen, wird sofort mit der Umrüstung begonnen. Nach sechs Monaten sollten diese Arbeiten abgeschlossen sein, bis dahin gebe es regelmäßige Kontrollen der Garnituren.

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Nicht der erste Brand dieser Art.
Zusätzliche Blechabschirmungen
Bereits im November 2007 war aus demselben Grund ein ULF in Brand geraten. Damals hatte das Brandgutachten ergeben, dass keine konstruktiven Änderungen bei den Fahrzeugen nötig seien.

Nun sollen alle 196 Garnituren, die bereits in Betrieb sind, mit weiteren Blechabschirmungen gesichert werden. Um den Schallschutz künftig besser zu schützen, soll dieser konkret mit einer dünnen Nirosta-Platte überzogen werden. Diese ermögliche zugleich eine leichtere Reinigung des Bereichs von Staub und Fett, hieß es.

Ob die Kosten von den Wiener Linien übernommen oder Siemens in Rechnung gestellt werden können, müssten Rechtsexperten klären.
Lieferung von 104 Garnituren noch ausständig.
Lieferstopp für neue ULFs
Zudem wurde ein sofortiger Lieferstopp für alle 104 noch ausständigen ULFs der neuen Fahrzeugserie ausgerufen, so Geschäftsführer Michael Lichtenegger: "Wir haben Siemens mitgeteilt, bis auf weiteres keine neuen Fahrzeuge abzunehmen."

Man erwarte vom Unternehmen, entsprechende Maßnahmen für die noch zu liefernden Bims zu setzen. "Wir erwarten uns auch, dass die neuen ULFs für uns dadurch nicht teurer werden", hieß es.

Vonseiten Siemens hieß es heute, man erwarte die Ergebnisse der Brandgutachten in den nächsten Tagen. Die Pläne für eine weitere Brandschutzmaßnahme seien aber zu begrüßen.
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