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MI | 11.04.2012
U-Bahn in Wien (Bild: ORF)
CHRONIK
Neue Ordnungstruppe für die U-Bahn
Nach "Waste-Watchern" und Parksheriffs bekommt Wien eine weitere Ordnungstruppe. Ab November werden 70 Organe in der U-Bahn unterwegs sein. Die Truppe soll zusätzlich zu den "Schwarzkapplern" tätig werden.
70 Mann starke Einheit ab 1. November im Einsatz.
Sollen für Ordnung sorgen
Ab 1. November soll der 70-köpfige "Linienservice" in den Wiener Linien patrouillieren, wie die Wiener Linien einen Bericht der "Wiener Zeitung" bestätigten.

Einsatzgebiet für den "Linienservice" soll das gesamte Streckennetz der Wiener Linien sein, also U-Bahn, Straßenbahn und Busse.

Das Spektrum der zu ahndenden Verfehlungen reicht laut "Wiener Zeitung" von Verschmutzungen über unerlaubtes Rauchen sowie Hunde ohne Beißkorb und Leine bis hin zu Störenfrieden und Obdachlosen.
Auch Strafen möglich
Die Ordnungshüter sollen ähnlich den Müllsheriffs der "Waste-Watcher" die Befugnis zu strafen haben - das werde auf der Grundlage der Hausordnung und der Beförderungsbestimmungen der Wiener Linien passieren.
Eigene Uniform
Derzeit werden die Mitarbeiter der neuen Einheit ausgebildet. Die Truppe soll zusätzlich zu den bisherigen Kontrolleuren und den Mitarbeitern der Stationsaufsicht tätig werden.

Die Ordnungswächter werden in eigener Uniform mit dem Logo der Wiener Linien im Einsatz sein, allerdings ohne Schusswaffen. Das Personal für den Linienservice soll sich vornehmlich aus dem eigenen Haus rekrutieren.

Die neue Ordnungstruppe geht auf das Engagement der für die Wiener Linien zuständigen Wirtschaftsstadträtin Renate Brauner (SPÖ) zurück. Dabei müsse man deren Aufgaben klar von der Verbrechensbekämpfung unterscheiden meinte Brauner: "Das ist eine Respekts- und Rücksichtsnahmstruppe."
ÖVP spricht von "Kapperl-Wahnsinn".
Kritik von Opposition
Kritik kommt hingegen von der Opposition. Die ÖVP bedauert, dass die SPÖ nicht die geforderte Stadtwache umsetze und dstattdessen den "Kapperl-Wahnsinn" fortsetzt.

Auch FPÖ-Mandatar David Lasar kritisierte die "Kapperl-Truppe": "Entweder haben hohe SPÖ-Funktionäre ein Faible für schneidige Uniform-Kapperln oder ein roter Günstling ist stolzer Besitzer einer Kapperlfabrik." Er forderte eine 150-köpfige U-Bahnpolizei als eigenen Wachkörper.

Die grüne Verkehrssprecherin Ingrid Puller nannte den Linienservice ebenfalls einen falschen Weg: "Mit einer solchen Truppe bläht man den Wiener Uniformensalat weiter auf, wirkliche Verbesserungen lassen sich so nicht erzielen." Man schaffe stattdessen eine aggressive Grundstimmung. Stattdessen solle man Zugbegleiter einführen.
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