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MI | 11.04.2012
Minichmayr (Bild: ASPA/Gindl)
THEATER
Minichmayr räumt bei Nestroy-Preis ab
Burgtheater-Star Birgit Minichmayr hat im Zuge der Nestroy-Verleihung gleich zwei Preise mitnehmen können. Sie gewann den Publikumspreis und wurde zur besten Schauspielerin gekürt.
Minichmayr (Bild: APA/Gindl)
Liebling des Publikums und der Fachjury: Birgit Minichmayr
"Wahrscheinlich der tollste Preis"
In der Gunst des Publikums, das heuer im Rahmen der Nestroy-Preise erstmals via Internet für den Publikumspreis abstimmte, stand Minichmayr am höchsten. "Vielen Dank, Publikum!", meinte sie bei der Entgegennahme ihres bereits dritten Nestroys. "Es ist wahrscheinlich der tollste Preis, weil er vom Publikum kommt."

Die Kritikerjury hatte insgesamt 28 Schauspielerinnen und Schauspieler von Maria Bill bis Bibiana Zeller nominiert.

Für "Der Weibsteufel" im Akademietheater wurde Minichmayr dann auch noch zur besten Schauspielerin gewählt. Dabei bedauerte sie, dass die Aufführung nicht mehr in Wien zu sehen sei, und verglich das Duell der beiden Männer in dem Stück mit dem Kampf des Regisseurs Martin Kusej mit dem neuen Burgtheater-Direktor Matthias Hartmann um die Inszenierung.
Andre Jung ist bester Schauspieler
Den Nestroy als bester Schauspieler nahm ein perplexer Andre Jung für seinen Krapp in "Das letzte Band/Bis dass der Tag euch scheidet oder Eine Frage des Lichts" (bei den Salzburger Festspielen in Koproduktion mit den Münchner Kammerspielen) umgeben von vier bauchfreien Grazien entgegen.

Er stach die ebenfalls nominierten Bernd Jeschek ("Das Fest" am Tiroler Landestheater) und Peter Simonischek ("Baumeister Solness" am Schauspielhaus Graz) aus.
Inszenierung als Gastspiel bei den Festwochen.
Jelinek-Inszenierung ausgezeichnet
Roncalli-Prinzipal Bernhard Paul übergab den Nestroy für die beste deutschsprachige Aufführung an die Münchner Kammerspiele für "Rechnitz (Der Würgeengel)" von Elfriede Jelinek in einer Inszenierung von Jossi Wieler, der gemeinsam mit Theaterleiter Frank Baumbauer den Preis entgegennahm.

Baumbauer kündigte ein Wiener-Festwochen-Gastspiel der Inszenierung an.
Kusej beeindruckte alle
Die beste Regie lieferte im vergangenen Jahr nach Ansicht der Nestroy-Akademie Kusej mit "Der Weibsteufel" von Karl Schönherr im Akademietheater. Für den verhinderten Regisseur nahm Nicholas Ofczarek den Preis entgegen.

Viktor Bodo hatte mit seiner Inszenierung von "Die Stunde da wir nichts voneinander wussten" am Grazer Schauspielhaus ebenso das Nachsehen wie Christoph Schlingensief mit "Mea culpa. Eine ReadyMadeOper" am Burgtheater.
Tausig (Bild: APA/Gindl) Tausig bekam Lebenswerk-Nestroy
Ein großer Wiener Schauspieler war als Preisträger schon fix: Otto Tausig wurde mit einem Nestroy für sein Lebenswerk geehrt. Der 87-Jährige war lange Jahre Burgtheater-Mitglied und hat vor allem in Nestroy-Rollen geglänzt.

Seit 1996 ist er Träger des Nestroy-Rings. Am Reinhardt-Seminar ausgebildet, stand Tausig auf zahlreichen Bühnen des deutschen Sprachraums, aber auch vor der Kamera für Film und Fernsehen.

Ausgezeichnet wurde er auch für sein unermüdliches Engagement für Hilfsprojekte in der "Dritten Welt".
Nestroy für Roland Schimmelpfennig
Der Autorenpreis für das beste Stück ging an Roland Schimmelpfennig für sein Stück "Besuch bei dem Vater" am Theater in der Josefstadt. Joachim Bissmeier hielt die Laudatio. Das Theatercombinat wurde für "Bambiland" von Jelinek als bester Off-Produktion geehrt.
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