Wien ORF.at
MI | 11.04.2012
Blick nach oben an der Front des Hauses der europäischen Union (Bild: APA/Herbert Pfarrhofer)
POLITIK
"Haus der Europäischen Union" eröffnet
Das neue "Haus der Europäischen Union" in der Wiener Innenstadt ist am Freitag offiziell eröffnet worden. Die höchsten Repräsentanten der EU, Österreichs und Wiens nahmen an der Feier teil.
Michael Spindelegger (Bild: APA/Herbert Pfarrhofer) "Europa ist sichtbarer geworden"
"Das 'Haus Europa', von dem so gerne gesprochen wird, hat in Wien nun tatsächlich ein Haus und nicht mehr nur Räume in einem Bürokomplex. Dadurch ist Europa in Wien sichtbarer geworden", sagte Bürgermeister Michael Häupl (SPÖ) bei der Eröffnung.

Er wies darauf hin, dass man sich auf lokaler Ebene der europäischen Dimension durchaus bewusst sei. Schließlich würden drei Viertel aller Entscheidungen in den Gemeindestuben von Beschlüssen der EU direkt beeinflusst.

"Als Schnittstelle zwischen den europäischen Institutionen und der Bevölkerung" könne das Europa-Haus einen wesentlichen Beitrag leisten, um Entscheidungen auf europäischer Ebene den Menschen zu erklären und verständlicher zu machen, sagte Außenminister Michael Spindelegger (ÖVP) bei der Eröffnung.
Eröffnungsfeier im Haus der Europäischen Union (Bild: APA/Herbert Pfarrhofer)
Jerzy Buzek, Präsident d. Europäischen Parlaments (l.), erzy Buzek (l.) und Manuel Barroso,Präsident d. Europäischen Kommission (Bild: APA/Herbert Pfarrhofer) Viel politische Prominenz bei Eröffnung
EU-Kommissionspräsident Jose Manuel Durao Barroso führte die Riege der Teilnehmer an der Eröffnungsfeier an. Mit dabei waren unter anderen auch der Präsident des Europaparlaments, Jerzy Buzek, Bundespräsident Heinz Fischer, Vizekanzler Josef Pröll (ÖVP) und der Wiener Bürgermeister Michael Häupl (SPÖ).

Bundeskanzler Werner Faymann (SPÖ) nahm an der Eröffnung nicht teil. "Es war terminlich nicht möglich", sagte seine Sprecherin. Barroso sah die österreichische Regierung dennoch "sehr gut repräsentiert". "Wir haben eine guten Kontakt mit allen Autoritäten in Ihrem Land", fügte er vor österreichischen Journalisten hinzu.

Barroso hatte am Mittwoch mit Faymann und Spindelegger eine Aufführung von "La Boheme" in der Staatsoper besucht. Kritik am Fehlen Faymanns bei der Eröffnung des Europa-Hauses kam vom außenpolitischen Sprecher der Grünen, Alexander Van der Bellen: "Wenn die beiden höchsten Repräsentanten Brüssels in Wien der Eröffnung beiwohnen, wäre es nur richtig, wenn auch die beiden höchsten Repräsentanten der Republik dort sind."
Innenansicht im Haus der Europäischen Union (Bild: APA/Herbert Pfarrhofer)
Das Haus soll als Schnittstelle zwischen EU und Bürgern dienen.
"Bürgernaher Standort"
Das "Haus der Europäischen Union" befindet sich am Standort der ehemaligen ÖGB-Zentrale in der Wipplingerstraße 35 in der Wiener Innenstadt. Es beherbergt die Österreich-Vertretung der EU-Kommission und das Informationsbüro des Europäischen Parlaments.

Beide Institutionen sehen in dem Haus "einen modernen, bürgernahen Standort", mit dem der Dialog mit den Bürgern verstärkt und das Thema Europäische Union "transparent und verständlich" kommuniziert werden soll. Das vom Architektenteam Silja Tillner, Alfred Willinger und Gerhard Steffel entworfene Gebäude bietet unter anderem drei Veranstaltungssäle.
Innenansicht Haus der Europäischen Union (Bild: APA/Herbert Pfarrhofer)
Europäisches Parlament kaufte um 23 Mio.
Das Europäische Parlament hat das ehemalige ÖGB-Quartier laut "Presse" um 23 Mio. Euro erworben. Ein Kauf wurde der Miete vorgezogen, weil der EU-Rechnungshof allen EU-Institutionen empfohlen hatte, künftig neue Standorte wenn irgend möglich zu erwerben, statt teuer anzumieten.

Ursprünglich war der Standort als neue ÖGB-Zentrale geplant gewesen. Doch kurz nach dem Spatenstich durch den damaligen Gewerkschaftspräsidenten Fritz Verzetnitsch brach die BAWAG-Krise aus. Die Gewerkschaft musste die attraktive Immobilie verkaufen, um die angeschlagenen Finanzen zu sanieren.
Innenansicht Haus der Europäischen Union (Bild: APA/Herbert Pfarrhofer) Tag der offenen Tür am 26. Oktober
In der Wiener Vertretung der EU-Kommission arbeiten rund 20 Personen unter der Leitung von Richard Kühnel, einem früheren Mitarbeiter von EU-Außenkommissarin Benita Ferrero-Waldner. Acht Mitarbeiter sind für das Informationsbüro des EU-Parlaments unter der Leitung von Wolfgang Hiller tätig.

Das neue "Haus der Europäischen Union" kann am 26. Oktober bei einem Tag der offenen Tür besichtigt werden.
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