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MI | 11.04.2012
Demonstration von KindergartenpädagogInnen (Bild: ORF)
SOZIALES
Rund 2.000 bei Kindergarten-Demo
Mehr Teilnehmer als erwartet haben sich am Samstag einer Demonstration für bessere Rahmenbedingungen in Kindergärten in Wien beteiligt. Die Organisatoren freuten sich über die breite Unterstützung.
"Erwartungen weit übertroffen"
"Mit 2.000 bis 2.500 Teilnehmern sind unsere Erwartungen weit übertroffen worden", sagte Martina Petzl-Bastecky, eine der Organisatorinnen. Angemeldet seien einige Hundert gewesen.

Viele Angehörige von anderen Berufsgruppen aus dem Sozialbereich und Familien wären zu der Demonstration gekommen. "Das freut uns sehr, dass sie sich mit uns solidarisieren und damit unseren Bedürfnissen Gewicht verleihen", so Petzl-Bastecky.
"Wien heute"-Video

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"Belastbarkeitsgrenze erreicht"
"SOS-Kindergarten - Aktion Aufschrei" war das Motto der Demonstration, die vom MuseumsQuartier (MQ) zum Rathaus zog. Die Wiener Kindergartenpädagoginnen protestierten gegen Personalmangel, zu große Kindergruppen und ein schlechtes Gehalt.

Laut Obfrau Raphaela Keller sei die Belastbarkeitsgrenze erreicht. Die Qualität der Betreuung könne unter diesen Bedingungen nicht aufrechterhalten werden. Als nächster Schritt soll nun am 21. November ein Aktionstag stattfinden.
Mehr Geld in Niederösterreich
Derzeit liegt das durchschnittliche Einstiegsgehalt einer Kindergartenpädagogin in Wien laut AMS zwischen 1.600 und 1.740 brutto pro Monat. Zulagen sind dabei nicht eingerechnet.

In Niederösterreich etwa, wohin viele Kindergartenpädagoginnen abgewandert sind, sind es um mindestens 200 Euro mehr.
Eine vernünftige Perspektive wird gefordert.
Zu wenig Platz, zu wenig Personal
Vor allem der Anfang September eingeführte Gratiskindergarten habe die Arbeitsbelastung enorm gesteigert, weil mehr Kinder in den Gruppen sind, hieß es vom Kindergartenpersonal.

Der Gratiskindergarten sei überhastet eingeführt worden, die nötigen Ressourcen seien einfach nicht vorhanden. Es gebe weder die Räumlichkeiten noch die personellen Ressourcen.
Problematisch sei auch, dass sich die neuen Ausbildungsmodelle erst in zwei, drei Jahren entlastend auswirken würden. Das sei aber auch nur der Fall, wenn es gelingt, die starke Abwanderung aus der MA10 zu stoppen.
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