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MI | 11.04.2012
Studenten halten Audimax besetzt (Bild: APA/Herbert Pfarrhofer)
CHRONIK
Hunderte halten Audimax weiter besetzt
Wieder gestiegen ist die Zahl der protestierenden Studenten an der Uni Wien. Freitagmittag hielten rund 400 das Audimax besetzt. Sie demonstrieren gegen geplante Zugangsbeschränkungen und Studiengebühren.
Studenten sind mit Arbeitsbedingungen nicht mehr zufrieden.
Hahn zu Gesprächen bereit
"Es geht darum, dass die Studierenden mit diesen Bedingungen nicht mehr zufrieden sind", sagte einer der Studenten."Es gibt viel zu wenige Ressourcen, viel zu wenige Lehrveranstaltungen, die Vorlesungen sind überfüllt, die Hörsäle zu klein", verdeutlicht eine Studentin.

Wissenschaftsminister Johannes Hahn (ÖVP) ist zu Gesprächen bereit: "Wenn die Österreichische HochschülerInnenschaft sich meldet, kann man darüber diskutieren", sagte er gegenüber "Wien heute".
Protestaktionen an der Akademie sollen verschärft werden.
Akademie diskutiert verschärfte Maßnahmen
An der Akademie der Bildenden Künste, von wo der Protest ausgegangen war, werden jetzt "verschärfte Maßnahmen" diskutiert, nachdem Rektor Stephan Schmidt-Wulffen am Donnerstag Leistungsvereinbarungen mit dem Wissenschaftsministerium unterschrieben haben soll.

Streikorganisatorin Martina Pfingstl: "Unsere Forderungen wurden nicht erfüllt, die Besetzung bleibt aufrecht. Es könnte zu weiteren Unannehmlichkeiten für das Rektorat kommen." Der Rektor habe das für die Besetzung verantwortliche Komitee "teilweise im Unklaren gelassen bzw. in die Irre geführt", so Pfingstl.

Kritik übte Pfingstl auch an der HochschülerInnenschaft (ÖH). Diese beschränke sich auf das Verwalten einer Scheindemokratie. Die aktuellen Proteste an der Uni Wien seien nur deshalb zustande gekommen, weil sich verschiedene Kleingruppen verschiedener Unis zusammengetan hätten: "Es hat funktioniert, weil es nicht über die ÖH-Ebene läuft."
Wogegen protestiert wird
Ursprünglich ausgegangen war der Protest von der Akademie der Bildenden Künste. Deren Studenten protestieren unter anderem gegen die Einführung des Bachelor/Master/PhD-Systems, Studiengebühren, Zugangsbeschränkungen und die in der Novelle des Universitätsgesetzes vorgesehenen qualitativen Zugangsbeschränkungen.

Im Audimax geht es mittlerweile aber auch um andere Themen: Generell zum Beispiel um "freie Bildung für alle", aber auch um "Frauenbefreiung und Sozialismus", "Gegen den rassistischen Normalzustand" und einfach "Für mehr Dickmilch", wie auf Transparenten im Audimax zu lesen ist.
Studenten organisieren sich.
Protest soll fortgesetzt werden
Im Moment findet ein Plenum nach dem anderen statt, in denen die Studenten ihre Forderungen formulieren und Arbeitsgruppen zur Vernetzung mit anderen Universitäten wie der Technischen Universität oder der Universität für Bodenkultur bilden.

Der Protest soll nicht mit dem heutigen Tag aufhören. In welcher Form der Protest nach dem Wochenende weitergehen soll, ist bis jetzt jedoch noch nicht ausdiskutiert.
Das besetzte Audimax in der Uni Wien (Bild: APA/Herbert Pfarrhofer)
Besetztes Audimax (Bild: APA/Herbert Pfarrhofer)
Räumung steht nicht zur Debatte.
Gespräche über Abzug stocken
Für den Vormittag waren alle Lehrveranstaltungen und Prüfungen abgesagt worden. Wie es mit dem Lehrbetrieb weitergeht, ist unklar. Die Uni Wien informiert auf der Startseite ihrer Homepage über die aktuelle Lage im Lehr- und Prüfungsbetrieb.

Indes stocken die Gespräche zwischen Rektorat und Studenten über einen Abzug aus dem Audimax. Laut dem Vizerektor der Universität, Johann Jurenitsch, steht eine Räumung nicht zur Debatte.

Im Audimax dürfte die nächtliche Besetzung nicht ohne Folgen geblieben sein. Derzeit wird von der Uni eine Liste angeblicher Sachbeschädigungen erstellt. Bei den Protesten sollen Glastüren, Lampen und Hörsaalbänke beschädigt worden sein.
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