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MI | 11.04.2012
Studentenprotest in Wien, Transparent mit "Widerstand" (Bild: APA/Georg Hochmuth)
CHRONIK
Studentenprotest: Weiterer Hörsaal besetzt
Besetzer im Audimax und die ÖH werten die Demonstration am Mittwochabend als großen Erfolg. Man habe wachgerüttelt und den Druck erhöht. In Wien wurde zudem ein weiterer Hörsaal am Wiener Uni-Campus besetzt.
Austria Center auch am Freitag Ausweichquartier.
Nun auch größter Campus-Hörsaal besetzt
Neben dem Audimax, dem größten Hörsaal Österreichs, ist nun auch der C1, der größte Hörsaal am Wiener Uni-Campus, besetzt. Die Angaben über die Zahl der Besetzer schwanken zwischen 70 und 300. Die Studenten richten sich auf eine längere Besetzungsdauer ein. Derzeit werde ähnlich wie im Audimax eine "Volksküche" eingerichtet.

Die Uni Wien will das Gespräch mit den Studenten suchen. Donnerstagvormittag war ein Dekan anwesend, um mit den Studenten zu reden. Zahlreiche Studenten, die eigentlich zu Vorlesungen gekommen waren, waren von der Besetzung überrascht.

Unterdessen stand auch fest, dass die für Freitag im Audimax geplanten Lehrveranstaltungen im Austria Center abgehalten werden. Es ist der dritte Tag, an dem das Kongresszentrum als Ausweichquartier dienen muss.
Studentenvertreter sprechen am Tag danach von 40.000 Teilnehmern.
ÖH zeigt sich "überwältigt"
Die Demonstration am Mittwoch sei weder zu übersehen noch zu überhören gewesen, lautete das Resümee der Hochschülerschaft der Uni Wien (ÖH) am Donnerstag. 40.000 aufgebrachte Menschen, von Studenten über Lehrer bis hin zu Sympathisanten hätten das Wissenschaftsministerium unter Handlungsdruck gesetzt.

"Wir sind überwältigt, wie viele Menschen dem Aufruf gefolgt sind und mit welchem Elan sich Tausende für freie Bildung, die ohne ökonomischen Druck ermöglicht werden muss, eingesetzt haben", so die ÖH.
Protestierende Studenten mit Transparenten (Bild: APA/Georg Hochmuth)
Hahn dämpft seinerseits die Erwartungen.
Erwartungen an Hahn nicht allzu hoch
Von den für den Nachmittag angesetzten ersten Gesprächen von Studentenvertretern mit dem scheidenden Wissenschaftsminister Johannes Hahn (ÖVP) erwarten sich die Studenten nicht mehr allzu viel. Die Erwartungen seien nicht sehr hoch, hieß es Donnerstagfrüh im Audimax.

Es habe nicht mehr viel Sinn, mit Hahn über die Zukunft zu sprechen, aber es sei gut, überhaupt Kontakte zu knüpfen, so die Studenten weiter. Hahn soll ja als EU-Kommissar Ende des Jahres nach Brüssel gehen.

Hahn selbst dämpfte die Erwartungen. Er sei bereit, mit de rÖH als legitime Vertretung aller Studenten zu verhandeln. Es gebe in den Standpunkten allerdings "auch fundamentale Unterschiede", es könne nicht immer eine gemeinsame Meinung gefunden werden.
Studenten nun "wachgerüttelt"
Die Stimmung unter den Studenten war nach der Demonstration von Mittwochabend sehr gut. Es habe anscheinend Besetzung und Demonstration gebraucht, um viele Studenten wachzurütteln, sagte eine Studentin. Die Probleme an den Universitäten bestünden schon länger, bisher hätten sich die Studenten aber kaum dagegen gewehrt.

Die Demonstration sei eine sehr gute Aktion gewesen. Nun würden die Gespräche mit Hahn abgewartet. Danach soll im Plenum darüber diskutiert werden, wie es weitergeht.
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