Wien ORF.at
MI | 11.04.2012
Gemeindebau aus den 50er Jahren (Bild: ORF)
KOMMUNALES
FPÖ: Ärger über Zuwanderer im Gemeindebau
Über eine mobile Anlaufstelle in Form eines Busses sammelt die FPÖ seit Mitte Oktober Beschwerden von Mietern in Gemeindebauten. Ihr vorläufiges Fazit: Die Mieter ärgern sich über Zuwanderer.
Ordnungshüter für Strache "rote Alibiaktion".
Zahlreiche Beschwerden
Man wolle den Gemeindebaumietern zuhören und über ihre Probleme reden, hieß es bei der FPÖ. "Es sind insbesondere Großfamilien aus der Türkei, deren Mitglieder sich nicht an unsere Gebräuche halten wollen", zog FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache ein erstes Resümee.

Zuwanderer seien oft für Lärm und Schmutz verantwortlich. Banden ausländischer Jugendlicher würden ältere Bewohner verunsichern. Sogar von Tierschächtungen in Waschanlagen sei berichtet worden, so die Wiener FPÖ.

Die von der SPÖ- Stadtregierung seit kurzem eingesetzten Ordnungsberater seien viel zu wenige: "Also für 220.000 soziale Wohnungen in Wien zwölf Ordnungshüter abzustellen, das beweist ja diese rote Alibiaktion", so Strache.
FPÖ will gesetzliche Grundlage ändern
Laut Strache werden neun von zehn frei werdenden Gemeindebauwohnungen an zugewanderte Personen vergeben. Derzeit sei etwa die Zahl der Kinder ein wichtiges Kriterium, dies komme Zuwanderern zugute. Er fordert eine Änderung der gesetzlichen Grundlage.

Strache spricht sich generell dagegen aus, Nicht-EU-Bürger in Gemeindebauten einziehen zu lassen. Diese Wohnungen seien für Staatsbürger gebaut worden.´

Viele Mieter würden sich zudem über überhöhte Betriebskostenabrechnungen und zu hohe Mieten beklagen, so Strache weiter. Die FPÖ will ihre Busaktion in den nächsten Wochen fortsetzen.
SPÖ: Wohnzufriedenheit festgestellt
"Zwischen der Realität im Gemeindebau und dem Wunschdenken der FPÖ klafft eine tiefe Lücke", wies SPÖ-Gemeinderat Kurt Stürzenbecher die Kritik zurück. Nicht zuletzt hätten die Mieterinnen und Mieter ihren Wohnungen - wie die große Mieterumfrage im Herbst 2008 unterstrich - ein gutes Zeugnis ausgestellt.

Im Gegensatz zur FPÖ-Bustour seien die mobilen Kundendienstzentren von Wiener Wohnen zudem mit tatsächlicher Lösungskompetenz unterwegs, hieß es von Wiener Wohnen. Neben dem Pilotprojekt im Frühjahr seien alleine im heurigen Herbst mehr als 200 Wohnhausanlagen besucht worden.

Die Kritik, dass man den Mieter zuwenig Beachtung schenke, will man bei Wiener Wohnen jedenfalls nicht gelten lassen: Neben den Ordnungberatern seien 300 Mitarbeiter von Wiener Wohnen, knapp 1.000 Mitarbeiter der Hausbetreuung, 2.200 Hausbesorger und 100 Gebietsbetreuer in den Gemeindebauten unterwegs
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