Wien ORF.at
MI | 11.04.2012
Ehemaliges Flugfeld Aspern (Bild: APA/Roland Schlager)
KOMMUNALES
Wirbel um Kostenexplosion in Seestadt
Aufregung um die Autobahnanbindung der Seestadt Aspern: Die ASFINAG rechnet laut "Die Presse" mit möglichen Kosten von bis zu einer Milliarde Euro. Die Stadt sieht die Seestadt aber nicht gefährdet.
Acht Kilometer Autobahnanbindung um eine Milliarde Euro.
Eine Milliarde laut Worst-Case-Szenario
Acht Kilometer lang ist die projektierte Anbindung der Seestadt Aspern an die Autobahnspange. Eine neue Kostenschätzung der ASFINAG ergibt, dass die Kosten im schlimmsten Fall bis zu einer Milliarde Euro ausmachen könnten. Laut "Presse" soll sich auch die Fertigstellung bis 2022 und damit um sechs Jahre verzögern.

Die ASFINAG betonte, sie sei wegen der wirtschaftlichen Sorgfaltspflicht dazu gezwungen, ein Worst-Case-Szenario zu entwickeln. Dass damit die bisher veranschlagten Kosten von 430 Millionen Euro sich tatsächlich mehr als verdoppeln, sei damit nicht gesagt, wurde betont.
Schicker greift ASFINAG an.
Mit Stadt Wien ist Freigabe 2016 vereinbart
Die Rathausopposition vermutet allerdings erneut ein Kostendebakel und sieht das SPÖ-Prestigeprojekt "Seestadt Aspern" generell gefährdet.

Planungsstadtrat Rudolf Schicker (SPÖ) widersprach: "Die Seestadt Aspern ist jedenfalls nicht gefährdet und es ist auch genauso wenig die Erschließung durch die A23 gefährdet ." Er betonte, dass mit der Stadt Wien die Verkehrsfreigabe für 2016 vereinbart sei, "und daran hat sich auch die ASFINAG zu halten".

Schicker wies auch Spekulationen zurück, dass die Autobahnspange Aspern nicht durch eine Umweltverträglichkeitsprüfung kommen könnte. Derzeit ist das Projekt noch immer in der Planungsphase.
Einbindung in Umfahrungsring
Die nun diskutierte Autobahnanbindung, Autobahnspange Aspern, wäre ein Teil der Verbindung der A23 Südost-Tangente mit der S1. Die Spange zwischen Knoten Raasdorf und Hirschstetten ist laut Schicker nicht nur für die Bewohner im Nordosten Wiens notwendig, sondern wird bereits seit langem auch von den Pendlern im niederösterreichischen Umland eingefordert.
Opposition befürchtet erneutes Kostendebakel.
Opposition: Kontrolle, Baustopp, Notbremse
ÖVP-Planungssprecher Alfred Hoch zog einen Vergleich zum geplanten Krankenhaus Nord: "Genauso wie beim Krankenhaus Nord haben sich die Planungsverantwortlichen der Stadt Wien bei der Kostenschätzung der Asperner Spange nun auch so verschätzt, dass das gesamte Projekt in Gefahr ist." Rechnungshof und Kontrollamt sollten miteinbezogen werden.

FPÖ-Gemeinderat Toni Mahdalik forderte einen Baustopp. Ohne Anbindung an die Umfahrung würden die 25.000 neuen Bewohner der Seestadt ohnehin schon lange verkehrsmäßig überlastete Bezirke wie Aspern und Breitenlee in eine einzige Verkehrshölle verwandeln.

Grünen-Umweltsprecher Rüdiger Maresch warnte vor einer weiteren Kostenexplosion bei der Lobau-Autobahn: "Wenn schon ein so einfach zu bauendes Teilstück derartige Mehrkosten verursacht, dann wird der Lobautunnel zum mehrfachen Milliardengrab." Bundeskanzler Werner Faymann (SPÖ) müsse die Notbremse ziehen.
Seestadt Aspern (Grafik: schreinerkastler/Wien 3420 AG)
Komplettes Stadtviertel wird errichtet
Am ehemaligen Flugfeld Aspern soll in den nächsten Jahren rund um einen künstlichen See ein komplettes Stadtviertel mit tausenden Wohnungen und Arbeitsplätzen aus dem Boden gestampft werden. Es handelt sich um eines der größten Stadtentwicklungsgebiete in Europa.
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